Die Sparkasse Köln-Bonn wird ihr Filialnetz weiter verkleinern. 17 von insgesamt 82 verbliebenen Zweigstellen sollen geschlossen werden. Die Bank selbst, die zu den drei größten Sparkassen der Republik zählt, spricht von einer "Zusammenführung der Beratung und Service mit benachbarten Stellen". Vor Ort sollen nur noch Geldautomaten verbleiben, so das Geldinstitut. In weiteren sechs Filialen erprobe sie ein neues Modell mit nur noch einem Mitarbeiter, der Bankkunden empfängt und ihnen Dienstleistungen anbietet. 

"Es macht keinen Sinn für ein Kreditinstitut, Leerlauf für Kunden und Mitarbeiter bei der Beratung entstehen zu lassen", erläutert Volker Schramm, Privatkundenvorstand der Sparkasse. "An den zusammengeführten Standorten werden wir mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten, Beratungen und Serviceleistungen für unsere Kundinnen und Kunden da sein und diese Angebote noch besser verfügbar machen. Die Beraterinnen und Berater der geschlossenen Filialen ziehen mit um. In 2020 beginnen wir mit den ersten Maßnahmen."

Kundenverhalten ändert sich
Die Sparkasse betont dabei, dass sie sich nicht einfach aus der Fläche zurückziehe. Auch nach den genannten Veränderungen werde man mit 67 Filialen und Filialdirektionen – davon 17 in Bonn und 48 in Köln sowie eingeschlossen zweier "Mobiler Filialen" – über das dichteste Filialnetz aller Kreditinstitute in beiden Städten verfügen. Vielmehr seien die Schließungen eine Antwort auf das geänderte Kundenverhalten im digitalen Zeitalter.

"Wir beobachten auf der einen Seite ein zunehmendes Interesse an persönlichen Beratungsangeboten, die Kunden unmittelbar, unter Umständen sogar von unterwegs wahrnehmen können", erläutert Schramm. "Andererseits zeigen die rasant steigenden Nutzerzahlen, dass immer mehr von ihnen sich vor den PC setzen oder noch häufiger das Smartphone zur Hand nehmen – beispielsweise um Geld zu überweisen oder Kontobewegungen zu beobachten statt Kontoauszüge am Auszugsdrucker zu holen."

Die Bank untermauert dies mit einigen Zahlen: So nutzen mittlerweile 439.500 ihrer Kunden Onlinebanking. Das sei ein Zuwachs von 83.700 Nutzern gegenüber 2015. Rund ein Drittel (153.000) davon verwendet zusätzlich die Sparkassen-App. Insgesamt verzeichnete die Internet-Präsenz der Sparkasse im laufenden Jahr 46 Millionen Besuche. Zusätzlich ist in den vergangenen zehn Jahren die Nutzungsrate der SB-Geräte in den Geschäftsstellen um 50 Prozent gestiegen. Gegenläufig dazu sanken die Kontakte zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Service um 40 Prozent.

Bundesweiter Filialabbau
Die Sparkasse Köln Bonn ist längst nicht die einzige Bank, die Außenstellen dichtmacht. Der Filialabbau bei deutschen Banken hatte etwa 2018 noch einmal an Fahrt gewonnen. Dies zeigen Daten der Bankstellen-Statistik der Bundesbank.

Die Zahl der inländischen Zweigstellen verringerte sich im vergangenen Jahr gegenüber 2017 sehr deutlich um 2.239 auf 27.887 Filialen. Dies entspricht einem Rückgang um 7,4 Prozent. Im Vorjahr hatten die Geldhäuser "nur" 1.900 Zweigstellen für immer zugesperrt. (jb)