Chef-Ambitionen, aber keine Lust auf Überstunden? Bei der Stadtsparkasse Düsseldorf gibt es dafür bald eine Lösung: Sie will einige Teams in Zukunft von zwei Vorgesetzten führen lassen, die jeweils in Teilzeit arbeiten, meldet Bloomberg. Die neue Tandem-Struktur soll dem Institut vor allem dabei helfen, Frauen für Führungspositionen zu gewinnen. Letztlich wolle man so für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sorgen, erklärt Karin-Brigitte Göbel, Vorstandschefin der Stadtsparkasse Düsseldorf, gegenüber der Nachrichtenagentur. Das Angebot gelte nicht nur für Frauen, die Leitungspositionen oft wegen familiärer Verpflichtungen ablehnen, sondern auch für Männer.

Das Düsseldorfer Geldhaus fängt klein an. Die Chef-Tandems sollen zunächst nur auf der untersten Führungsebene zum Einsatz kommen, bei der Gruppenleitung. Gruppenleiter haben üblicherweise die Verantwortung für bis zu ein Dutzend Mitarbeiter. Bisher hätten sich drei Interessenten gemeldet, berichtet Göbel. "Wir können uns vorstellen, das später bis auf die Bereichsleitungsebene auszudehnen. Das ist eine Ebene unter dem Vorstand", sagt sie. Heißt also auch: Der Vorstand selbst muss weiterhin in Vollzeit präsent sein.

Weniger Druck, höhere Produktivität
Die Arbeitszeiten der Teilzeit-Chefs sollen sich teilweise überlappen. So sollen sich die Teams besser abstimmen können. Durch die zeitweise Doppelbesetzung muss die Sparkasse zwar einiges in das "Projekt Doppelspitze" investieren. Göbel geht aber davon aus, dass sich die Investition auszahlt, nicht nur durch die Förderung von Frauen mit Führungsambitionen. Die Vorstandsvorsitzende hofft auch darauf, dass die Produktivität steigt, wenn der Zeitdruck nachlässt. Außerdem sollen sich die Chef-Tandems ihre Aufgaben nach Kompetenzen aufteilen. Das soll die Effizienz erhöhen. (fp)