Die deutschen Sparkassen stehen kurz vor dem Start ihres neuen Wertpapierangebots S-Neo. Mitte des Jahres soll es losgehen, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Dienstag (17.3.) bei der Vorstellung seiner Jahreszahlen erklärte.

Der Schritt ist als Kampfansage an Neobroker wie Trade Republic zu verstehen, die in den vergangenen Jahren viele Kunden mit einfachen und kostengünstigen Angeboten gewonnen haben. Die Sparkassen glauben, dass sie "im Gesamtpaket besser sein werden als jeder heutige Neobroker", wie DSGV-Präsident Ulrich Reuter laut Redetext sagte.

Im ersten Schritt können aus der Sparkassen-App heraus die fast 20 Millionen App-Nutzer rund 21.000 Wertpapiere jederzeit handeln. Perspektivisch soll S-Neo auch für Menschen geöffnet werden, die heute noch keine Sparkassen-Kunden sind.

Preise noch offen
Zu den Preisen machten die Sparkassen zunächst keine Angaben, da die einzelnen Institute diese selbstständig festlegen würden. "Ich habe aber die Erwartung, dass S-Neo in der Angebotsbreite und bei den Preisen absolut wettbewerbsfähig zu anderen Neobrokern sein wird", sagte Reuter.

Während der Start von S-Neo zu den größten Projekten der Sparkassen in diesem Jahr zählt, haben sie das vergangene Jahr mit einem hohen Gewinn abgeschlossen. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 7,9 Milliarden Euro – ein Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. Dahinter stand unter anderem ein verbessertes Provisionsergebnis.

Mehr Mitarbeiter – trotz KI-Debatte
Reuter verwies darauf, dass die Anzahl der Mitarbeiter bei den Sparkassen im vergangenen Jahr um rund 2.500 gestiegen sei. Viele Jahre lang waren die Belegschaften bei deutschen Kreditinstituten gesunken.

Der DSGV-Präsident ging auch auf das Thema künstliche Intelligenz (KI) ein. Viele Beschäftigte in der Finanzbranche befürchten, dass sie ihren Job aufgrund des Siegeszugs von KI verlieren könnten. "Es ist nicht unser Plan, Menschen durch KI zu ersetzen – im Gegenteil. Wir haben jährlich rund 10.000 Stellen neu zu besetzen", sagte Reuter. Das dürfte auch mit dem demografischen Wandel und Renteneintritten zu tun haben. "KI soll uns helfen, Lücken dort zu schließen, wo wir bei einer schrumpfenden Bevölkerung Rollen nicht gut nachbesetzen könnten." (mb/Bloomberg)