Die Sparkassen-Gruppe kämpft mit einem Problem. Der Onlinebroker "SBroker" hatte kein gutes Geschäftsjahr 2018. Das Ergebnis sank im Vergleich zu 2017 um 88 Prozent auf nur noch 253.000 Euro – und das auch nur dank einer "Auflösung von Rücklagen". Darauf macht der Branchendienst "Finanzszene.de" aufmerksam.

Laut "Finanzszene.de" war ein Grund für das schlechte Ergebnis, dass die in Wiesbaden ansässige Gesellschaft das für 2018 angepeilte Neukundenwachstum völlig verfehlte. Nur 2.000 neue Nutzer konnten akquiriert werden – 90 Prozent weniger als vorgesehen. Insgesamt hat der SBroker nur 140.000 Kunden. Zudem lieferten die Eigenanlagen ein Minus von 5,6 Millionen Euro ab, angepeilt war ein Ertrag von 1,6 Millionen Euro. 

Sbroker wehrt sich
Der Branchendienst führt das Ergebnis darauf zurück, dass die Sparkassen dem Broker nicht genügend Kunden für Wertpapierdepots zuführen. Das lasse sich daran ablesen, dass laut Geschäftsabschluss nur 45 der 384 Sparkassen mit dem nach eigenen Angaben "zentralen Online-Broker der Sparkassen-Finanzgruppe" im Geschäftsalltag tatsächlich kooperierten. Der SBroker brauche aber die Banken: 85 Prozent der Neukunden kommen von diesen.

Die Gesellschaft, die seit 2016 zur Deka gehört, hat die angegeben Zahlen auf Anfrage von FONDS proessionell ONLINE bestätigt. Zugleich wehrt sie sich gegen die scharfe Formulierung, dass der SBroker – wie von Finanzszene insinuiert – "zum Krisenfall" werde: "Anders als in dem Artikel dargestellt, arbeitet der SBroker aktuell mit mehr als der Hälfte aller Sparkassen zusammen. Der SBroker ist größter Order-Provider im Privatkundengeschäft der Sparkassen-Finanzgruppe mit mehr als 1,7 Millionen Transaktionen im Jahr 2018", heißt es in der Antwort an die Redaktion. Zuletzt habe man deutlich in die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells investiert und werde das auch mittelfristig tun. "Diese Investitionen führen vorerst naturgemäß zu verringerten Geschäftsergebnissen". (jb)