In Bayern bahnt sich eine weitere Großfusion im Sparkassenlager an. Die Sparkassen Oberland und Garmisch-Partenkirchen planen ihr Zusammengehen, nachdem es vor einigen Jahren damit nicht wie vorgesehen geklappt hatte. Das berichtet der "Merkur“.2015 hatten die öffentlich-rechtlichen Institute aus Garmisch-Partenkirchen, Weilheim und Schongau schon einmal einen Schulterschluss ausgelotet. Dann aber zogen sich die Garmisch-Partenkirchener zurück, die beiden anderen machten zu zweit weiter – es entstand die Sparkasse Oberland.

Nun kam der Anstoß für eine Fusion der Zeitung zufolge aus Garmisch-Partenkirchen, die auch damals schon den ersten Schritt getan hatte. Bei einem Schulterschluss würde eine der größeren Sparkassen in Bayern entstehen. Die Sparkasse Garmisch-Partenkirchen hat eine Bilanzsumme von 1,3 Milliarden Euro, sechs Filialen, dazu zehn SB-Filialen, und beschäftigt 240 Mitarbeiter. Die Sparkasse Oberland hat rund 500 Mitarbeiter, die eine Bilanzsumme von 3,3 Milliarden Euro erwirtschafteten. Die Zahl der Filialen beträgt 17, plus zehn SB-Filialen.

Synergie-Effekte
"Es gibt keine Einsparungsziele“, betonte Thomas Orbig, Vorsitzender der Sparkasse Oberland, gegenüber dem "Merkur". Aber aus den Fusionserfahrungen von 2017 wisse man, dass sich automatisch Synergie-Effekte ergeben: "Die Anzahl der Vollzeitstellen ist seit der Fusion um 15 Prozent gesunken, weil wir Prozesse effizienter gestalten konnten“, so Orbig weiter. Das ist natürlich der Grund für die Fusionspläne. Die Leistungsfähigkeit einer größeren Sparkasse sei höher, man könne mehr Spezialisten vorhalten und die so oft beschriebenen Herausforderungen wie zunehmende Regulatorik und die allgegenwärtige Niedrigzinsphase besser stemmen.

Die Vorbereitungen sind der Zeitung zufolge schon weit gediehen. "Die zuständigen Gremien sind vorinformiert, in die Gespräche sind die Verwaltungsräte und Vorstände beider Sparkassen eingebunden“, werden Markus Loth, Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Oberland, und Anton Speer, sein Pendant auf Garmischer Seite, in einer Mitteilung zitiert. "Es herrscht Einvernehmen, dass eine Vereinigung sinnvoll und wünschenswert ist.“ Allerdings muss in Garmisch-Partenkirchen Seiten noch die Politik zustimmen. Das Institut ist eine Kreissparkasse, daher muss auch der Kreistag sein OK geben. Noch fehlen die Voten aus dem Kreisausschuss und dem Kreistag, Ende Juli könnte aber bereits alles in trockenen Tüchern sein. (jb)