Die Corona-Krise hält die Kunden der Sparkassen nicht von Wertpapierinvestments ab – im Gegenteil: Die Deka warb in den ersten drei Quartalen dieses Jahres im Retailgeschäft über die Sparkassen unter dem Strich 9,7 Milliarden Euro ein. Das sind 2,6 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.

Allein mit Fonds sammelte das Wertpapierhaus 6,3 Milliarden Euro ein, fast doppelt so viel wie in den ersten neun Monaten 2019. Gefragt waren insbesondere Aktienfonds (3,5 Mrd. Euro) und Immobilienfonds (2,0 Mrd. Euro). Auf Zertifikate entfielen 3,4 Mrd. Euro.

550.000 neue Wertpapiersparpläne
"Die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft der Privatanleger ist erfreulich", lässt sich Dekabank-Vorstandschef Georg Stocker in einer Pressemitteilung zitieren. Ihn freut, dass immer mehr Privatanleger auf Wertpapiersparpläne setzen. Im laufenden Geschäftsjahr wurden bis Ende September netto rund 550.000 neue Verträge abgeschlossen, nach 390.000 im Vorjahreszeitraum. Der Bestand erhöhte sich damit auf 5,7 Millionen Verträge. "Am Sparen mit Wertpapieren führt auch in den nächsten Jahren kein Weg mehr vorbei", ist Stocker überzeugt.

Gut lief auch das Geschäft mit institutionellen Investoren. Bei dieser Kundengruppe sammelte die Deka bis Ende September rund 16,2 Milliarden Euro ein, vier Mal mehr als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt lag die Nettovertriebsleistung der Deka-Gruppe damit bei 25,9 Milliarden Euro und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (11 Mrd. Euro) mehr als verdoppelt.

Risikovorsorge drückt aufs Ergebnis
Unter dem Strich gelang es dem Sparkassen-Dienstleister, das betreute Volumen ("Total Assets") seit Jahresbeginn um rund zehn Milliarden auf 323 Milliarden Euro zu steigern. Die Kursverluste an den Börsen wurden dank der hohen Zuflüsse also mehr als wettgemacht.

Dennoch schlägt die Corona-Krise auf die Geschäftszahlen durch: Das wirtschaftliche Ergebnis sank auf 222 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 385 Millionen Euro gewesen. Angesichts der "schwierigen Rahmenbedingungen" sprach Stocker dennoch von einem "soliden" Ergebnis. Der Rückgang ist der Deka zufolge insbesondere auf eine erhöhte Risikovorsorge im Kreditgeschäft und versicherungsmathematische Verluste bei Pensionsrückstellungen zurückzuführen. (bm)