Das Wertpapiergeschäft der Sparkassen brummt. Von Januar bis Juni dieses Jahres kauften und verkauften die Institute Wertpapiere für 87,9 Milliarden Euro, berichtet deren Dachverband DSGV. Dies entspricht einem Plus von 12,6 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020, das ebenfalls von einem blühenden Wertpapiergeschäft gezeichnet war.

Der Nettoabsatz (Käufe minus Verkäufe) im ersten Halbjahr lag bei 13 Milliarden Euro. Davon entfallen 12,4 Milliarden Euro auf Investmentfonds. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2020 lag der Fondsabsatz unter dem Strich bei 14 Milliarden Euro, was das beste Geschäft seit 20 Jahren bedeutete. Das frische Geld stammt von Bestands-, aber auch von Neuanlegern: Dem DSGV zufolge stieg die Zahl der Wertpapierdepots im ersten Halbjahr um zwei Prozent auf 128.000.

Noch stärker als das Wertpapiergeschäft zog die Vergabe von Immobilienkrediten an Privatpersonen an: Die von den Sparkassen im ersten Halbjahr ausgereichten Darlehen summieren sich auf 37,9 Milliarden Euro – Rekord. "Dies ist gegenüber dem bisherigen Bestwert des Vorjahres nochmals ein deutliches Plus von 6,4 Milliarden Euro (+20,3 %)", berichtet der Verband. "Trotz steigender Immobilienpreise und zuletzt erheblichen Engpässen und damit steigenden Kosten bei Baumaterialien und im Baustoffhandel bleibt die Nachfrage also hoch."

"Zusätzliche Einlagen kosten im gegenwärtigen Zinsumfeld real Geld"
Der Boom im Wertpapier- und Immobilienkreditgeschäft freut die Sparkassen, weil sie damit gutes Geld verdienen können. Die Institute schmerzt allerdings, dass die Kunden nach wie vor Milliarden auf Girokonten und Co. parken: In Summe stiegen die Kundeneinlagen im ersten Halbjahr um 25 Milliarden Euro. Das ist zwar weniger als im Vorjahreszeitraum (29,5 Mrd. Euro), aber dennoch ein gigantischer Betrag, für den die Sparkassen kaum Verwendung finden.

"Wir freuen uns über das riesige Vertrauen, das Kundinnen und Kunden den Sparkassen in Krisenzeiten entgegenbringen", sagt DSGV-Präsident Helmut Schleweis. "Unter Negativzinsbedingungen verlieren die Institute aber zunehmend die betriebswirtschaftliche Bewegungsfreiheit. Zusätzliche Einlagen kosten die Kreditinstitute im gegenwärtigen Zinsumfeld real Geld." (bm)