Während Geschäftsbanken Filialen schließen und ein Stellenabbau-Programm nach dem nächsten verkünden, geht es den Sparkassen noch vergleichsweise gut. Sie sind mit rund 13.000 Filialen weiter stark präsent und Marktführer in vielen ländlichen Gebieten. Doch nun hat die Coronakrise auch diese vermeintlich letzte Bastion der Branche ins Wanken gebracht. 

Der Vizepräsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Professor Hans-Günter Henneke, hält es für unausweichlich, dass auch die regionalen Finanzinstitute ihre Kosten senken müssen. Für Sparkassen heiße das vor allem, die Ausgaben für die Mitarbeiter zu verringern. "Jede Bank muss die Kosten senken, und das sind für die Sparkassen wesentlich die Personalkosten", betonte Henneke im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).

Hitzige Verhandlungen
Die Aussage dürfte den laufenden Tarifstreit weiter anheizen. Am heutigen Donnerstag (22. Oktober) beginnt die dritte Verhandlungsrunde, in der die Gewerkschaften mit vielen Streiks ein Gehaltsplus von fast fünf Prozent fordern. In den Verhandlungen im öffentlichen Dienst geht es auch um das Gehalt der mehr als 200.000 Sparkassen-Mitarbeiter. Die Arbeitgeber wollen weniger zahlen und argumentieren laut FAZ mit dem durchschnittlichen Personalaufwand je Mitarbeiter. Dieser lag 2018 höher als bei den Volksbanken. (fp)