Bislang läuft es bei Paydirekt, dem Online-Bezahlsystem der Sparkassen, schleppend. Der Dienst soll eigentlich dem US-Riesen Paypal Konkurrenz machen, hat sich bei Online-Shoppern aber bislang nicht wirklich durchgesetzt. Nun wollen die Sparkassen das Projekt offenbar in Schwung bringen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) planen sie für Paydirekt einen Zuschuss in Höhe von 300 Millionen Euro. Zum Vergleich: Bislang sind rund hundert Millionen Euro in das Bezahlsystem geflossen.

Ein Drittel des neuen Zuschusses soll die Sparkassen-Finanzgruppe selbst stemmen. Um den Instituten an der Basis den finanziellen Aufwand schmackhaft zu machen, sind diese Mittel an zwei Bedingungen geknüpft: Das Geld fließt nur, wenn sich die Privatbanken und die genossenschaftlichen Institute ebenfalls mit je hundert Millionen Euro beteiligen. Und: Paydirekt-Chef Niklas Bartelt soll seinen Posten räumen. Ein Nachfolger ist nach SZ-Angaben noch nicht gefunden.

Mauerblümchen auf Partnersuche
Seit Ende Juli ist Paydirekt in den Online-Shop des Versandhändlers Otto eingebunden – nicht zuletzt dank einer Mitgift von rund zehn Millionen Euro. Die weithin erhoffte Initialzündung für das Bezahlsystem blieb allerdings aus. Der einzige bekannte Partner, den Paydirekt seither gewonnen hat, ist die Kinokette Cineplex. Von Paypal-Dimensionen ist man damit noch meilenweit entfernt. (fp)