Die Sparkassen geben ihre Pläne für ein eigenes Smartphone-Konto offenbar auf. Die App "Yomo", die als Konkurrenz für N26 und andere Digitalbanken gedacht war, werde voraussichtlich nicht weiter als Extrakonto angeboten, das nur über die App abrufbar ist. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf ein Rundschreiben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), das der Redaktion in Auszügen vorliegt. In diesem Schreiben heißt es zudem, dass Yomo weiterhin als App verfügbar sein soll, mit dem vornehmliche junge Kunden Zugriff auf bestehende Konten erhalten sollen. 

Die Entwicklung von Yomo war vor knapp vier Jahren angestoßen geworden. Rund ein Dutzend Sparkassen hatten die App initiiert. Allerdings führte sie ein Nischendasein. Seit einiger Zeit gibt es zwar eine Yomo-App und auch darauf aufbauende "Extra-Yomo-Konto". Doch die App verfüge nur über wenige Funktionen und könne sich laut Handelsblatt offenbar mit anderen Digitalbanken kaum messen. Als ein Grund dafür gelten die komplizierten Entscheidungswege in der öffentlich-rechlichen Finanzgruppe – sie war einfach zu langsam bei der Entwicklung. 

Zudem beteiligen sich bislang nur wenige der rund 380 Sparkassen an Yomo; die genaue Zahl der Yomo-Konten ist aber nicht bekannt. N26, bei der die App Kern des Angebots ist, hat dagegen mittlerweile fünf Millionen Kunden in mehreren Ländern. Anfang 2016 waren es gerade einmal 100.000. Zudem gilt Deutschland als Wachstumsmarkt, weshalb auch andere Anbieter von Smartphone-Konten in der Zwischenzeit losgelegt haben: So Wirecard, das Ende Oktober 2019 eine Banking-App mit Girokonto startete, oder Revolut und Monese aus Großbritannien sowie Bunq und Money aus den Niederlanden.

Yomo als Angebot für junge Erwachsene
Dennoch wollen die Sparkassen den Kampf um junge Kunden nicht kampflos aufgeben. Die öffentlich-rechtlichen Geldinstitute möchten laut der Wirtschaftszeitung mit Yomo weiterhin junge Erwachsene zwischen 18 und 39 Jahren adressieren. Denn für die Kreditinstitute sei es eine große Herausforderung, diese Gruppe, die als Kinder oder Jugendliche ein Sparkassen-Konto eröffnet haben, weiterhin als Kunden zu halten.

Bei der neuen Yomo-Variante soll jede Sparkasse selbst entscheiden, welches ihrer verschiedenen Kontomodelle Kunden in der App hinterlegen können. Sie können also ein spezielles Girokonto für potenzielle Yomo-Nutzer anbieten, müssen es aber nicht. (jb)