Durch die Corona-Pandemie finden Gespräche mit Bankkunden nur noch in Ausnahmefällen persönlich statt. Das Meiste läuft über Telefon und Skype. Ralf Fleischer, Chef der Stadtsparkasse München, glaubt, dass dieser Trend die Krise überdauern wird. "Man sieht jetzt, dass sich das Rad auch so am Laufen halten lässt. Deshalb wird man sich künftig vorher gut überlegen, ob eine Stunde Anfahrt zu einem Kunden oder ein Flug nach Frankfurt oder Berlin wirklich nötig sind", sagt Fleischer der "Süddeutschen Zeitung" (SZ).

Alles wird man aber wohl auch künftig nicht via Videotelefonie besprechen können. Bei bestimmten Themen wollen Kunden weiterhin "den Rat eines Menschen hören, der ihnen gegenübersitzt", sagte Fleischer. Als Beispiel nennt der Sparkassenchef Baufinanzierungen oder die Altersvorsorge. Er ist überzeugt: "Die Qualität der Beratung wird eher zunehmen."

Direkter Draht ist größter Vorteil
Er persönlich wolle nicht in einer Welt leben, in der es keinen persönlichen Kontakt mehr zu Menschen gibt, sagte Fleischer der SZ. Vielen Menschen dürfte es genauso gehen, deshalb "wird die Filiale auch in Zukunft ihre Berechtigung haben, obwohl ich hier keine Garantie aussprechen kann, dass wir auch in fünf oder zehn Jahren noch 58 Filialen in München betreiben werden", sagte er. Null würden es aber ebenfalls niemals sein. Dadurch würde sich die Sparkasse nämlich ihres größten Vorteils berauben: des direkten Kontakts zum Kunden. (fp)