Die Riester-Rente ist bei vielen Politkern nicht gut gelitten. Zu teuer und zu geringe Renditen sind die beiden Hauptargumente gegen die staatlich geförderte Altersvorsorge. Daher diskutieren das politische Berlin und die Öffentlichkeit seit einiger Zeit Alternativen zu und Verbesserungen für das Rentenprodukt. Die derzeitige Regierung etwa hat in Ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, ein "standardisiertes Riester-Produkt" zu schaffen. 

Jetzt hat sich auch die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) mit einem entsprechenden Vorschlag zu Wort gemeldet, wie "Spiegel Online" berichtet. Die Stiftung plädiert demnach in einem Gutachten zur Förderung der privaten Altersvorsorge für die Einführung eines von der Sozialversicherung organisierten Standardproduktes. Zugang zu dem Konto sollen all jene erhalten, die in die gesetzliche Altersvorsorge eingezahlt haben.

Anlage in ETFs
Die öffentliche Hand solle das gesammelte Kapital dann mittels der Expertise externer Vermögensverwalter in breit gestreute börsengehandelte Indexfonds (ETF) investieren und die Risiken durch eine Garantie des eingesetzten Geldes minimieren. Weiter solle ein Teil der Überschüsse in einen Reservetopf für schlechte Börsenjahre fließen. 

Den Autoren des Gutachtens gehen dem Magazinbericht zufolge von äußerst geringen Verwaltungskosten zwischen 0,25 bis 0,35 Prozent pro Jahr aus, da die Sozialversicherung anders als Banken keinen Profit anstrebe. Als Anlagesumme schlägt die FES vor, dass wie bei Riester-Verträgen vier Prozent des Bruttolohns eingezahlt werden sollen – bis maximal 2.100 Euro pro Jahr und Person. Dafür solle auch die staatliche Riester-Zulage gewährt werden.

Deutschlandrente
Der Vorschlag ähnelt auf den ersten Blick stark der "Deutschlandrente", die die damalige schwarz-grüne hessische Landesregierung vor rund zwei Jahren vorgestellt hatte. Dieses Konzept sieht im Kern allerdings vor, dass alle Bundesbürger im erwerbsfähigen Alter in einen zentralen Rentenfonds einzahlen, der dem Zugriff der Politik entzogen ist.

Dabei solle jeder Arbeitnehmer per Opt-Out-Modell (Widerspruchslösung) zur Einzahlung verpflichtet werden. Die Gelder wiederum sollen gewinnbringend am Kapitalmarkt und damit explizit auch in Aktien angelegt werden. Eine Kapitalgarantie ist beim Deutschlandrenten-Modell nicht vorgesehen. (jb)