Die Commerzbank-Arena in Frankfurt könnte womöglich bald den Namen und die Flaggenfarbe wechseln. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) berichtet, verhandelt Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing derzeit mit dem Bundesliga-Verein Eintracht Frankfurt über eine engere Zusammenarbeit – inklusive Namensrechte für das Fußballstadion. Insidern zufolge steht der Deal kurz vor dem Abschluss. Die Deutsche Bank wollte sich dazu gegenüber der FAS nicht äußern.

Die Namensrechte für das Stadion werden zum Start der kommenden Bundesliga-Saison 2021/22 neu vergeben. Die Deutsche Bank könnte dabei die Commerzbank ausstechen. Seit dem Jahr 2005 trägt das Stadion in der Mainmetropole ihren Namen. Schon seit einigen Jahren deutet sich allerdings an, dass die Deutsche Bank Interesse daran hat, die gelbe Konkurrenz abzulösen: Die Deutsche-Bank-Tochter DWS stieg in der Saison 2017/2018 als "Premium Partner" von Eintracht Frankfurt ein, aktuell firmiert sie als normaler "Partner" des Clubs. Überdies entwickelte ausgerechnet die Deutsche Bank im vergangenen Jahr das Bezahlsystem für die Commerzbank-Arena.

Teurer Deal könnte Aktionäre vergrätzen
Fußballliebe ist teuer: Die Commerzbank soll für das Sponsoring zuletzt mehr als drei Millionen Euro pro Jahr auf den Tisch gelegt haben. Der kriselnen Deutschen Bank könnte ein solch kostspieliges Engagement Kritik einbringen, warnt die FAS – zumal das Geldhaus mit der Eintracht offenbar über ein großes Sponsoring-Paket verhandelt, das die Nutzung des gesamten Areals rund um das Stadion einschließt. Seit Jahren steckt  das Geldhaus in einem tiefgreifeenden Umbauprozess, der bereits Tausende Job-Streichungen und massive Bonus-Kürzungen zur Folge hatte. "Der Deal könnte deshalb auf den letzten Metern noch scheitern", urteilt die Zeitung.

Für fünf Jahren hatte die Deutsche Bank schon einmal mit einem Einstieg in die Bundesliga geliebäugelt. Damals wollte sie, noch unter anderer Führung, als Großaktionär bei Borussia Dortmund einsteigen, verzichtete letztlich aber. Grundsätzlich befände sich das Institut mit einem stärkeren Engagement im Profifußball in guter Gesellschaft. Immer mehr Akteure aus der Finanzbranche buhlen um die Gunst der Fußballfans. Kritischster Punkt in den Verhandlungen der Deutschen Bank mit den Eintracht-Oberen dürfte die fußballerische Ausrichtung von Verhandlungsführer Sewing sein: Der Vorstandschef der Deutschen Bank ist ausgewiesener Fan des FC Bayern München. (fp)