Dass Stefan Bauer, seit Anfang 2020 Deutschlandchef von Franklin Templeton, ehrgeizige Pläne in Bezug auf den Fußabdruck der Kalifornier hierzulande hegt, wissen die Leser von FONDS professionell schon seit seinem Interview in der Heftausgabe 1/2021. Gegenüber der "Börsen-Zeitung" hat Bauer das jetzt noch einmal anhand von konkreten Zahlen bekräftigt.

"Mit der neuen Aufstellung könnte ich mir vorstellen, dass wir es in den nächsten fünf Jahren schaffen, das verwaltete Vermögen in Deutschland auf 50 Milliarden US-Dollar zu vermehren", lässt sich der 49-Jährige, der seit April 2021 auch für die Schweiz und Österreich verantwortlich ist, zitieren. Angesichts der jüngsten Zahlen, wonach die US-Fondsgesellschaft für Deutschland ein verwaltetes Volumen von 30 Milliarden US-Dollar ausweist, wäre das eine Steigerung um satte 66 Prozent.

Lokales Know-how unter Beweis stellen
Schaffen will Bauer das mit einer deutlich lokaler ausgerichteten Aufstellung seiner Mannschaft. Als globaler Vermögensverwalter wolle man stärker das eigene lokale Know-how für die Kunden unter Beweis stellen, so Bauer. Das betreffe zum Beispiel die Themen "Legal" oder "Compliance". Beides soll künftig von Frankfurt aus und nicht mehr in der Hauptsache von London aus abgedeckt werden. Zudem will Bauer die lokale Investmentexpertise seiner Gesellschaft vergrößern, der Prozess der Mandate-Ausschreibung soll sogar komplett aus Deutschland heraus erfolgen.

Durch eine lokalere Präsenz will sich seine Gesellschaft auch klarer als Partner für Netzwerke empfehlen, so Bauer. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die jüngst vereinbarte Zusammenarbeit mit Standard Life, bei der es um gemeinsame Produkte im Bereich Altersvorsorge geht.

Produktangebot deutlich verbreitert
Bauer setzt zudem auf eine deutlich breitere Aufstellung der angebotenen Strategien, die sein Haus seit der im vergangenen Jahr erfolgten Übernahme von Legg Mason erreicht hat. Dadurch sei außerdem die Abhängigkeit von Blockbuster-Produkten erkennbar zurückgegangen. Aufgrund der schwachen Wertentwicklung bei Aushängeschildern wie dem Templeton Global Bond oder dem Templeton Global Total Return hatte die Gesellschaft bis zuletzt reichlich Anlegergelder verloren. (hh)