In vielen deutschen Geldhäusern läuft das Tagesgeschäft – allen Digitalisierungsappellen zum Trotz – über eine hoffnungslos veraltete IT-Struktur. Dieser Umstand hat Ende vergangenen Jahres bereits die deutsche Finanzaufsicht Bafin auf den Plan gerufen. Die Steinzeittechnik sorgt auch innerhalb von Finanzverbünden für Konflikte, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Die Technik bestimmt, bei welchem Verbundsmitglied Geschäfte gebucht werden und bei wem die Erlöse anfallen. Hinzu kommt die wachsende Konkurrenz durch effizientere, moderner aufgestellte Wettbewerber, die aus dem Ausland vordringen.

Beispiel Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken: Die Institute nutzen unterschiedliche IT-Systeme. Immerhin hat jede Gruppe mittlerweile eine eigene Rechenzentrale, von der alle Filialen dasselbe IT-System beziehen. Das verringert die Kosten für die einzelnen Institute. Konkurrenten wie die Schweizer Großbanken UBS und Julius Bär sowie die russische Bank VTB kooperieren indes auf einem ganz anderen Level. Sie haben kürzlich ihr gesamtes Europa-Geschäft auf eine einzige, leistungsstarke IT-Plattform gehoben.

Wenn zwei sich streiten...
Besonders schlecht aufgestellt bei der IT sind die genossenschaftlichen Banken, so die FAZ. Nachdem ihre beiden Rechenzentren jüngst nach mehreren gescheiterten Anläufen endlich fusioniert hatten, mussten mehrere Volks- und Raiffeisenbanken auf ein älteres IT-System wechseln. Die Apotheker- und Ärztebank entschied im Zuge der Fusionsturbulenzen, die überlastete genossenschaftliche Rechenzentrale Fiducia zu verlassen und stattdessen Standardsoftware zu nutzen. Solche Querelen spielen nach Einschätzung von Marktbeobachtern nicht zuletzt Fintechs in die Hände. (fp)