Die schon gedrückte Stimmung in der Finanzbranche hat sich noch einmal verschlechtert und ist auf den niedrigsten Wert seit zweieinhalb Jahren gesunken. Das zeigt der CFS-Index, den das Center for Financial Studies (CFS) vierteljährlich erstellt. Wie das CFS mitteilt, sank der Index im dritten Quartal 2022 um 4,3 Punkte auf 102,4 Punkte. Im Vorjahresvergleich fiel der Wert um 11,6 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit April 2020. "Die Rezessionserwartungen in der Realwirtschaft wirken sich nun auch massiv in der Finanzbranche aus", sagt CFS-Direktor Rainer Klump.

Die rückläufige Entwicklung im dritten Quartal basiere wesentlich auf dem gesunkenen Umsatz- und Ertragswachstum der gesamten Finanzbranche sowie dem rückläufigen Wachstum der Mitarbeiterzahlen und des Investitionsvolumens der Dienstleister, so das CFS. Das Wachstum des Investitionsvolumens der Finanzinstitute sei hingegen kaum gesunken. Die Erwartungen der gesamten Finanzbranche fürs laufende Quartal an ihr Umsatz- und Ertragswachstum sowie ans Wachstum des Investitionsvolumens sind pessimistisch, wie es in der Mitteilung heißt.

Düstere Aussichten für internationale Bedeutung 
Die Bewertung der künftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland liegt mit 96,5 Punkten erstmals seit Beginn der Index-Erhebung im Jahr 2007 unter dem neutralen Stand von 100 Punkten. (fp)