Dass viele Banken mittlerweile neben Firmen- auch Privatkunden zur Kasse bitten, ist nichts Neues. Nun hat das erste Institut jedoch eine bislang unerreichte Trennlinie überschritten, und zwar nach unten. Die PSD Bank Rhein-Ruhr verlangt seit Dienstag (16. März) einen Negativzins von nicht weniger als1,0 Prozent, wenn Privatkunden mehr als 500.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto parken – der höchste Wert, den das Vergleichsportal Verivox jemals bei einem deutschen Geldhaus festgestellt hat. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).

Für Beträge ab 100.000 Euro berechnet die Bank ihren Privatkunden einen Minuszins von 0,5 Prozent. Damit befindet sie sich in guter Gesellschaft: "Die Masse der Banken mit Negativzinsen orientiert sich am EZB-Einlagezins und berechnet minus 0,5 Prozent, vereinzelt werden auch minus 0,6 Prozent ausgewiesen", heißt es bei Verivox. Die Europäische Zentralbank verlangt von europäischen Banken eben diese 0,5 Prozent, wenn sie Geld bei ihr einlagern.
 
Gebühren aufs Tagesgeldkonto
Verivox vergleicht regelmäßig die Zinssätze von 1.300 Banken und Sparkassen in Deutschland. Den Daten nach rollt die Minuszinswelle zuletzt mit wachsendem Tempo vorwärts. Inzwischen verlangen 277 Häuser von Privatkunden einen negativen Zins, 100 davon räumen Sparern einen Freibetrag von weniger als 100.000 Euro ein. Bei 15 Banken müssen Kunden sogar eine Gebühr für das Tagesgeldkonto zahlen, das üblicherweise kostenlos ist. Vier davon erheben zusätzlich Negativzinsen. (fp)