Die Direktbank ING Deutschland gibt ihren Kunden nun doch mehr Zeit, um neuen Geschäftsbedingungen zuzustimmen, damit auch einem Minuszins für Einlagen ab 50.000 Euro je Konto. Dies berichten diverse Medien, darunter das "Handelsblatt", die sich auf eine Mitteilung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) beziehen. 

"Aktuell können Kunden, die noch nicht zugestimmt haben, dies auch weiterhin digital nachholen", erklärte die Bank mit Sitz in Frankfurt am Dienstag auf Anfrage der dpa. "Die Kunden, die wir postalisch kontaktiert haben und die noch nicht zugestimmt haben, können dies ebenfalls noch machen", sagte ein Sprecher. Ein konkretes Enddatum nannte er nicht. "Das werden wir davon abhängig machen, wie sich die Zustimmungsquoten weiterentwickeln", lautete die Antwort. 

Zufrieden mit der Quote
Ursprünglich hatte die ING Deutschland Bestandskunden eine Frist bis Ende Februar gewährt, um die neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), somit auch ein Verwahrentgelt von jährlich 0,5 Prozent für Beträge über dem Freibetrag von 50.000 Euro, zu akzeptieren. Die Bank sei mit der Zustimmungsquote sehr zufrieden, die überwiegende Mehrheit habe sich mit den neuen AGB einverstanden erklärt. "Kontokündigungen halten wir uns nach wie vor als letzten möglichen Schritt offen", teilte das Institut Deutschland mit.

Das Prozedere, das die ING Deutschland nach Schätzung von Vorstandschef Nick Jues "einige Millionen Euro" kostet, ist eine Folge des Gebührenurteils, das der Bundesgerichtshof im April vergangenen Jahres gefällt hatte. Das Gericht in Karlsruhe hatte entschieden, dass Banken bei AGB-Änderungen explizit die Zustimmung ihrer Kunden einholen müssen. (am)