Schon lange lohnt es sich für Verbraucher nicht mehr, ihr Geld auf Tagesgeldkonten und Sparbüchern zu parken. Und auch für die Banken sind die Angebote kein lukratives Geschäft. Immer mehr Geldhäuser geben deshalb die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) für nächtliche Geldeinlagen als "Verwahrentgelt" an ihre Kunden weiter. Auch das ist kaum überraschend. Die Targobank allerdings leitet nur drastischere Maßnahmen ein. Die rund 3,7 Millionen Bestandskunden sowie alle Neukunden können keine Tagesgeldkonten und Sparbücher mehr eröffnen, wie der Branchendienst "Finanz-Szene.de" berichtet.

Die Bank bietet als Sparprodukt jetzt nur noch Festgeldkonten an. "Als Reaktion auf das aktuell schwierige Zins- und Wettbewerbsumfeld und die zuletzt hohen Zuflüsse an Kundeneinlagen, haben wir uns dazu entschieden, bis auf Weiteres keine Neuabschlüsse für Spar- und Tagesgeldkonten mehr anzubieten", teilte eine Sprecherin der Bank auf Anfrage von "Finanz-Szene.de" mit. Bestehende Konten würden jedoch fortgeführt. Vor diesem radikalen Schritt hatte die Targobank bereits ein "Verwahrentgelt" oberhalb bestimmter Freibeträge verlangt.

Einlagevolumina reißen nicht ab
Doch auch die Negativzinsen konnten die Einlagenflut der Targobank nicht stoppen, schreibt "Finanz-Szene.de". Im Jahr 2019 stiegen die Einlagenvolumina um elf Prozent, im abgelaufenen Geschäftsjahr dann um 13 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro. In ihrem Statement verwies die Sprecherin der Bank darauf, dass man die Kunden gerne zu alternativen Anlagemöglichkeiten berate. (fp)