Die Augsburger Aktienbank (AAB) hat ein sogenanntes "Verwahrentgelt" eingeführt. Ab dem 1. August müssen Kunden der in Augsburg ansässigen Fondsplattform auf Einlagen oberhalb von 100.000 Euro in Summe 0,5 Prozent Gebühren pro Jahr entrichten. Einlagen bis 100.000 Euro sind von diesem Extra-Entgelt nicht betroffen, wie aus einer Kundeninformation hervorgeht, die FONDS professionell ONLINE vorliegt. Dieser Quasi-"Strafzins" wird auf die Service-Konten des Finanzdienstleisters erhoben: Das "Augsburger Service-Konto" und das "Wertpapier Service-Konto inklusive Wertpapierdepot". Beide ermöglichen es Kunden nach Angaben der AAB, dass sie alle Wertpapiere in einem zugehörigen Depot verwahren können. 

Die AAB begründet die Maßnahme mit den Gebühren in Höhe von 0,5 Prozent, die sie selbst auf Einlagen bei der Europäischen Zentralbank zahlen muss und die sie nun an die Kunden weitergibt, wie sie schreibt. Die Berechnung der "Sondergebühr" erfolgt nach eigenen Angaben auf der Grundlage des täglich ermittelten Tagesendsaldos des Guthabens. Betroffen sind sowohl neue wie bestehende Kunden.

Ebase und DAB erheben auch Verwahrentgelte
Die Fondsplattplattform ist aber nicht die erste, die diesen Schritt gemacht hat. Ihre beiden Mitbewerber European Bank for Financial Services (Ebase) und DAB BNP Paribas erheben ebenfalls Verwahrentgelte. Die Konditionen der Ebase ähneln sehr denen der AAB: Auch sie verlangt die Gebühren ab Geldeinlagen oberhalb von 100.000 Euro. Die DAB geht anders vor: Bei ihr fällt die neue Gebühr an, sobald die Euro-Einlagen mehr als 15 Prozent des "Gesamtvermögens" ausmachen. Dieses wiederum setzt sich aus der Summe der Euro-Konten und des Depotwerts bei der DAB zusammen. Sprich: Bei kleinem Depot kann der Strafzins auch bereits für geringe Einlagen fällig werden. (jb)