Die European Bank for Financial Services (Ebase) wird ab Mai ein Gebührenextra einführen. Betroffen von dem sogenannten "Verwahrentgelt" sind alle Privat- und Geschäftskunden, die ein "Konto flex" und ein Tagesgeldkonto haben und deren Guthaben 100.000 Euro überschreitet. Ausgenommen sind nur Konten für Depots zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) oder für Zeitwertkonten. Wertpapierdepots sind ebenfalls nicht betroffen.

Auf Beträge oberhalb dieser Summe erhebt Ebase ab Mai ein Entgelt von 0,5 Prozent p.a.: Der Prozentsatz, den sie selbst für Einlagen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zahlen muss und den sie damit nun an die Kunden weitergibt, wie sie in einer Info schreibt, die FONDS professionell ONLINE vorliegt. Die Berechnung der Strafgebühr erfolgt nach eigenen Angaben auf der Grundlage des täglich ermittelten Tagesendsaldos des Guthabens. Abgerechnet wird vierteljährlich (Konto flex) und halbjährlich beim Tagesgeldkonto.

Wichtig ist, dass diese Gebühren ab 1. Mai auch für alle Neukunden gelten – die dann aber kein Tagesgeldkonto mehr eröffnen können: Denn dieses wird ab dem Tag nicht mehr neu angeboten. Mit bestehenden Klienten möchte die Bank "Individualvereinbarungen" treffen. Ebase ist mit dem Schritt nicht alleine. Nachdem die EZB vor rund sechs Monaten ihren Einlagenzinssatz auf minus 0,5 Prozent senkte ist die Zahl der Banken, die von einem Teil ihrer Privatkunden Strafzinsen verlangen, auf mindestens 61 gestiegen und hat sich damit mehr als vervierfacht. (jb)