Ein Trend schwappt von Deutschland in die Schweiz hinüber: Strafzinsen oder verschämt "Verwahrentgelte", mit denen Kredittinstitute ihre eigenen Abgaben an die Notenbankanken an Kunden weiterleiten. In Deutschland sind neben Giro- und Tagesgeldkonten mittlerweile auch Sparbücher betroffen. Auch die Geldhäuser in der Schweiz geben immer öfter die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) verhängten Negativzinsen weiter – zumindest an vermögendere Privatkunden, wie die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) schreibt.

Die UBS beispielsweise wird ab dem 1. Juli von Kunden mit einen positiven Kontosaldo von 250.000 Schweizer Franken (umgerechnet 227.000 Euro) und mehr ab diesem Betrag Negativzinsen in Höhe von 0,75 Prozent verlangen. Bei Euro-Guthaben sind es 0,6 Prozent. Der NZZ zufolge werden aber auch Kunden mit geringeren Einlagen nicht um ein Entgelt herumkommen. 

Indirekte Strafzinsen
"Die Banken dürften zwar weiterhin davor zurückschrecken, die Negativzinsen direkt an Kleinkunden weiterzugeben", zitiert die Zeitung den Schweizer Finanzexperten und Dozent Iwan Brot. "Kunden, die viel Liquidität horten und sonst wenig Geschäfte bei einer Bank machen, müssen jedoch damit rechnen, bereits ab kleineren Kontoguthaben mit Negativzinsen belastet zu werden." Auch würden viele Geldhäuser die Negativzinsen indirekt über höhere Gebühren weitergeben.

"In den vergangenen Jahren sind die Bankgebühren stetig Jahr für Jahr gestiegen", lässt die NZZ Andreas Dietrich, Professor an der Hochschule Luzern, zu Wort kommen. Fairerweise, so die Zeitung, müsse man aber anfügen, dass Banken oftmals auch ihre Services ausgebaut hätten, etwa beim Mobile Banking. (jb)