Die erste Tarifrunde für die rund 9.000 Beschäftigten der Postbank, die mittlerweile zum Deutsche-Bank-Konzern gehört, ist am Mittwoch (15.4.) in Düsseldorf ohne Ergebnis geblieben.

Die Arbeitgeberseite wies die Forderungen der Gewerkschaft Verdi nach einer Entgelterhöhung von acht Prozent, mindestens jedoch 300 Euro pro Monat, zurück und legte ein eigenes Angebot vor. Dieses sieht zunächst fünf Nullmonate vor, gefolgt von einer Gehaltserhöhung um zwei Prozent ab September dieses Jahres sowie weiteren zwei Prozent ab September des kommenden Jahres.

"Die Deutsche Bank hat gerade erst ein Rekordergebnis verkündet. Da ist es jetzt völlig unverständlich, dass sie ein Gehaltsangebot macht, das nicht einmal ansatzweise die Inflation ausgleicht", sagte Jan Duscheck, Verhandlungsführer von Verdi.

Umbau sorgt für Verunsicherung
Neben der Bezahlung stehen in der Tarifrunde auch Fragen rund um den Umbau der Privatkundenbank im Fokus.

Die Integration der Postbank in die Deutsche Bank, Filialschließungen und organisatorische Veränderungen sorgen in vielen Bereichen für Unsicherheit. Entsprechend geht es auch um Regelungen, die den Beschäftigten mehr Perspektiven und Planungssicherheit im laufenden Transformationsprozess bieten sollen.

Warnstreiks im Gespräch
Angesichts der anhaltend hohen Arbeitsbelastung in Filialen und Servicegesellschaften sowie des bisherigen Verhandlungsverlaufs hat Verdi darauf verwiesen, dass die Tarifkommission über erste Warnstreiks beraten werde.

"Der Unmut der Postbank-Beschäftigten ist groß. Die Arbeitsbelastung im Alltag ist über Jahre sehr hoch. Das jetzige Angebot ist ein Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen. Wir gehen davon aus, dass es in den kommenden Wochen zu ersten Warnstreiks kommen wird", so Duscheck.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. Mai 2026 in Frankfurt am Main angesetzt. (mb)