Die Privatbank HSBC Trinkaus & Burkhardt ist von 50 führenden deutschen Banken das einzige Geldinstitut, das von einer Frau geführt wird. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Online-Portals "Finanz-Szene.de". Zwar steht auch bei der Deutschen Hypo mit Sabine Barthauer eine Frau an der Spitze. Sie teilt sich aber die Verantwortung mit ihrem Vorstandskollegen Andreas Rehfus. Auch weibliche Finanzchefs gibt es gerade einmal zwei, nämlich Nicole Handschuher bei der Sparkasse Köln-Bonn und Sonja Kardorf bei der Investitionsbank Berlin.

Auch jenseits von CEO- und CFO-Posten sind Frauen in den Vorstandsetagen deutscher Geldinstitute stark unterrepräsentiert. Die 50 von Finanzszene untersuchten Banken beschäftigen dem Finanzportal zufolge im Schnitt rund viereinhalb Vorstände respektive Geschäftsführer. Insgesamt geht es also um 224 Chefpositionen, von denen Frauen gerade einmal 21 bekleiden. Das entspricht einem Anteil von nicht einmal zehn Prozent. 

Genossenschaftsbanken schneiden besonders schlecht ab
In zwei Dritteln der Banken finden sich überhaupt keine Top-Managerinnen. Dazu zählt beispielsweise die genossenschaftliche Bankengruppe. Bei den sieben untersuchten Instituten (DZ Bank, Schwäbisch Hall, Apobank, Münchener Hyp, WL Bank, DG Hyp, DVB Bank) beträgt die Zahl der weiblichen Vorstände exakt null. Jedoch gibt es Aussicht auf Besserung – zumindest bei der DZ Bank. Dort soll die frühere Nord-LB Finanzchefin Ulrike Brouzi ab dem 1. Januar 2019 den gleichen Posten übernehmen. (fp)