Die Corona-Pandemie macht der Assekuranz zu schaffen. In einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY unter 30 Vorständen und leitenden Repräsentanten der Versicherungsbranche gehen 84 Prozent der Befragten davon aus, dass ihr Neugeschäft im Zuge der Covid-19-Pandemie sinkt. 57 Prozent befürchten sogar einen starken Rückgang. Vor allem mit Blick auf Lebens- und Kfz-Versicherungen zeigen sich die Branchen-Oberen pessimistisch.

Fast alle befragten Versicherungsunternehmen (96 Prozent) rechnen damit, dass die Corona-Krise auf ihr Kapitalanlageergebnis durchschlägt – 14 Prozent gehen von einer stark negativen Entwicklung aus, vor allem im Aktiensegment. Knapp die Hälfte will ihre Investmentstrategie anpassen und unter anderem die Aktien- und Immobilienquote senken. Je ein Fünftel der Umfrageteilnehmer rechnet zudem damit, dass in der Assekuranz in den kommenden zwei Jahren Jobs wegfallen und dass Kunden höhere Beiträge zahlen müssen. Überdies dürfte die Zahl der Vermittler weiter sinken.

Der Modernisierungsdruck steigt
Immerhin: Fast alle befragten Versicherer sehen in der Krise auch eine Chance. Sie erwarten durch die Pandemie einen Digitalisierungsschub und rechnen zudem damit, dass es in Zukunft flexiblere Arbeitsmodelle geben wird. 70 Prozent gehen außerdem davon aus, dass der Vertrieb im Zuge der Pandemie modernisiert wird.

"Die Corona-Krise hat Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette der Versicherungsbranche", kommentiert Thomas Korte, Leiter des Versicherungsbereichs bei EY in Deutschland. Er ist überzeugt: Nur Unternehmen, die neben einem effektiven Krisenmanagement auch das Tagesgeschäft und die langfristigen Transformationsprozesse meistern, gehen gestärkt aus der Krise hervor. Als Beispiel führt Korte den digitalen Wandel an: "Wer bereits jetzt gute digitale Lösungen hat und weiter konsequent daran arbeitet, kann sich einen Wettbewerbsvorteil sichern", sagt er. (fp)