Die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der unverändert harte Wettbewerb haben tiefe Spuren in den Erfolgsrechnungen der deutschen Banken hinterlassen. Im Jahr 2017 belief sich die durchschnittliche Eigenkapitalrendite nach Steuern auf gerade einmal zwei Prozent. Nur jede zwölfte Bank erwirtschaftete ihre Eigenkapitalkosten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Managementberatung Bain & Company.

"Deutschlands Banken stecken weiter in der Renditefalle", kommentiert Walter Sinn, Bain-Deutschlandchef und Co-Autor der Studie. Ihm zufolge verhindern vor allem die rückläufigen Erträge sowie steigende IT- und Regulierungskosten, dass sich die Sparanstrengungen der Geldinstitute in höheren Renditen niederschlagen. Allein im vergangenen Jahr sank die Zahl der Filialen um 2000 auf 26.000 und die der Beschäftigten um 17.000 auf 573.000. Zugleich verabschiedeten sich 71 Banken aus dem Markt oder fusionierten mit anderen Instituten.

Banken müssen ihr Potenzial stärker ausschöpfen
Bain-Deutschlandchef Sinn rechnet mit weiteren Fusionen und Übernahmen. "Angesichts des hohen Wettbewerbs- und Profitabilitätsdrucks dürfte die Konsolidierung in der deutschen wie internationalen Bankenlandschaft weiter an Dynamik gewinnen", sagt er. Zunächst aber dürfte der Alltag der Kreditinstitute davon bestimmt sein, das volle Potenzial im eigenen Haus auszuschöpfen sowie Partnerschaften auf- und auszubauen. "Wenn Banken das richtig anpacken, werden sie in Zukunft schneller, stärker und vor allem rentabler sein", so Sinn. (fp)