Es ist höchste Zeit für frischen Wind im Kundenstamm der Vermögensverwalter. Eine Studie des Instituts für Vermögensverwaltung (InVV) zeigt: Anleger über 60 Jahre machen mittlerweile 42 Prozent des Kundenstamms aus, jeder fünfte Kunde ist sogar älter als 70 Jahre. Das ist vor allem problematisch, weil die Branche kaum jüngere Anleger dazugewinnt. Fazit der Studie: Setzt sich der Trend fort, könnten die Kunden der Vermögensverwalter "vergreisen". In der Langzeitstudie wurden seit 2014 jedes Jahr im Schnitt 43 Unternehmen befragt. Zu Beginn der Untersuchung hatten Anleger über 60 Jahre 39 Prozent des Kundenstamms ausgemacht. 

"Die Frage, wie die unabhängigen Vermögensverwalter junge Generationen gewinnen kann, wird immer dringender. Die demographische Uhr für die Branche tickt", sagt Hartwig Webersinke, Leiter des InVV. Für die aktuelle Auswertung haben er und sein Team die Antworten von Vermögensverwaltern ausgewählt, die seit 2014 an mindestens sieben Umfragen teilgenommen haben. "Mit dieser Panel-Gruppe wollen wir wissenschaftlich begründete Aussagen über längerfristige Entwicklungen und Trends im Markt ermöglichen", sagt Webersinke. 

Digitale Angebote schaffen
Von den befragten Unternehmen verwalten 17 ein Vermögen von 150 bis 500 Millionen Euro und zwölf ein Vermögen von 50 bis 150 Millionen Euro. Sechs Unternehmen verwalten über 500 Millionen Euro, fünf unter 50 Millionen Euro. Drei Firmen hatten dazu keine Angaben gemacht. Die Lösung für das Alterungsproblem sieht Webersinke in digitalen Angeboten, die es gerade jüngeren Anlegern mit geringerem Vermögen ermöglichen sollen, Dienstleistungen von unabhängigen Vermögensverwaltern in Anspruch zu nehmen. (fp)