Studie: Gewinne der Asset Manager steigen wieder, die Kosten aber auch
Das von der Fondsbranche verwaltete Vermögen wächst. Nach einem mageren 2023 konnten die Anbieter dieses Wachstum 2024 wieder in steigende Gewinne übertragen. Doch Wachstum allein reicht nicht mehr. Die Fondsbranche leidet unter Schwächen, zeigt eine Studie.
Nach schwierigen Jahren haben Asset Manager rund um den Globus 2024 ihre Profitabilität wieder steigern können. Dies zeigt eine Analyse von Strategy&, der Strategieberatung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Demnach konnte die Fondsbranche im vergangenen Jahr im Schnitt den Gewinn vor Steuern um 19 Prozent ausbauen. Im Vorjahr war er noch um sechs Prozent geschrumpft.
Ein Grund ist, dass es 2024 der Branche insgesamt gelungen ist, einen Zuwachs beim verwalteten Vermögen in einen höheren Vorsteuergewinn umzumünzen. 2023 war das verwaltete Vermögen um 14 Prozent geklettert, der Umsatz stieg aber nur um ein Prozent. Demgegenüber nahm das Fondsvolumen 2024 um zwölf Prozent zu, der Umsatz um acht Prozent. Gleichzeitig bleibe die Kostenseite kritisch, merken die Experten von Strategy& an. Das durchschnittliche Aufwand-Ertrags-Verhältnis (Cost Income Ratio, CIR) liege mit 66 Prozent auf hohem Niveau.
"Gesamtlage angespannt"
"Die Asset-Management-Branche hat sich 2024 nachhaltig erholt und kann wieder solide Gewinne verbuchen", kommentiert Utz Helmuth, Senior Executive Advisor bei Strategy& Deutschland, die Ergebnisse der Auswertung. "Doch dieser Erfolg sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gesamtlage angespannt ist." Trotz der positiven Zahlen würden der hohe Kostendruck und die steigenden Ausgaben nach wie vor an der Profitabilität der Asset Manager zehren.
Zugleich verfestigt sich die Dominanz US-amerikanischer Gesellschaften. Während bei den US-Anbietern das verwaltete Vermögen zwischen 2019 und 2024 um 62 Prozent zulegte, kamen europäische Häuser im selben Zeitraum nur auf einen Zuwachs von 25 Prozent. Besonders schwer tun sich Asset Manager, die Töchter von Finanzkonzernen wie Banken oder Versicherungen sind. Diese sogenannten "Captives" erzielten lediglich einen Zuwachs von 21 Prozent. Besonders schwach schneiden die Töchter von Versicherungen ab.
Abhängigkeit von den Müttern
Der Grund hierfür liege in ihrer starken Abhängigkeit von den Mutterkonzernen, höheren internen Auflagen und begrenzten Skalierungsmöglichkeiten, erläutern die Studienautoren. Ein möglicher Ausweg für diese Gesellschaften wären Zusammenschlüsse mit anderen Asset Managern, um durch Größe Skaleneffekte zu vereinnahmen. Doch angedachte Deals wie zwischen der italienischen Generali und der französischen Natixis oder Amundi und der Allianz verliefen im Sande.
Ein Knackpunkt bei solchen Transaktionen ist die Kontrolle über das Gemeinschaftsunternehmen. Denn die Asset-Management-Ableger bringen den Bank- oder Versicherungsmüttern teils erkleckliche, vor allem aber stabile Einnahmen. So entfallen Strategy& zufolge 37 Prozent des Vorsteuergewinns der Investmentbank Natixis auf die Asset-Management-Einheit, bei der Allianz sind es 23 Prozent, bei der Deutschen Bank 18 Prozent. Bei internationalen Großbanken wie der UBS wiederum sind es nur acht, bei JP Morgan vier und bei HSBC ein Prozent. (ert)













