Viele Beschäftigte bei privaten Banken in Deutschland nutzen inzwischen künstliche Intelligenz (KI). Das bringt Vorteile und unterstützt bei der Arbeit, schürt jedoch auch Sorgen um den Arbeitsplatz. Das zeigt eine Studie des Arbeitgeberverbands des privaten Bankgewerbes (AGV Banken), die der Nachrichtenagentur "Bloomberg" vorab vorliegt und auf einer Mitarbeiterbefragung basiert.

Laut der Erhebung nutzt nahezu die Hälfte der Beschäftigten im deutschen Privatbankensektor grundsätzlich KI im Arbeitsalltag. Mehr als ein Drittel setzt sie gelegentlich ein und rund ein Fünftel der Mitarbeiter sogar häufig oder sehr häufig, heißt es in der Studie.

Einsatz auch im Investment Banking
Wie zu erwarten, kommt KI in bestimmten Zentral- und Backoffice-Bereichen wie IT und Rechnungswesen überdurchschnittlich häufig zum Einsatz. "Auffällig ist jedoch, dass KI auch in der hochwertigen Beratung – etwa im Investment Banking oder Private Banking – weit überdurchschnittlich häufig genutzt wird", schreiben die Autoren.

Das liege unter anderem daran, dass KI wertvolle Unterstützung im Portfoliomanagement biete, insbesondere im Zuge der Transformation hin zu nachhaltigen und grünen Investments, so die Studie.

Effizienz und Aufgabenqualität steigen
Insgesamt 62 Prozent der KI-Nutzer gaben an, dass die Technologie die Effizienz ihrer Arbeit verbessert oder eher verbessert habe. Zudem erklärten 50 Prozent, dass der Anteil anspruchsvoller Aufgabeninhalte in ihrer Arbeit gestiegen sei.

Zwischen Sicherheit und Sorge
Rund 39 Prozent der Befragten glauben, dass KI ihren Arbeitsplatz sicherer macht. Gleichzeitig äußerten 21 Prozent der KI-Nutzer die Befürchtung, dass sich der Einsatz von KI langfristig negativ auf ihre Beschäftigungssicherheit auswirken könnte.

Die KI-Studie ist Teil einer breit angelegten Beschäftigtenbefragung, die seit 2010 jährlich vom Marktforschungsinstitut Kantar im Auftrag des AGV Banken durchgeführt wird. Dabei werden rund 900 Beschäftigte im privaten Bankgewerbe zu Themen wie Arbeitszufriedenheit, Arbeitsqualität und Gesundheit befragt. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ. (mb/Bloomberg)