Schneller, sicherer, günstiger und vor allem so gut wie überall verfügbar: Ein Trio landesweit präsenter Lebensmitteleinzelhändler plant, künftig ein eigenes mobiles Bezahlsystem via Handy anzubieten – unabhängig von Bargeld, Debit- und Girokarten sowie konkurrierenden Mobile-Payment-Systemen von Apple, Google oder in- sowie ausländischen Geschäftsbanken oder Sparkassen – und obendrein gebührenfrei für Nutzer.

Schon jetzt können Kunden in zahlreichen Supermärkten ab einem Einkaufswert von 20 Euro an der Kasse mit ihrer EC-Karte bis zu 200 Euro in bar abheben – völlig kostenlos. Einem Bericht der "Lebensmittelzeitung" zufolge wollen mit Rewe, Edeka und der ebenfalls Interesse bekundenden Schwarz-Gruppe (Lidl) gleich drei der umsatzstärksten Lebensmittelhändler in Deutschland den neuen Bezahl-Branchenstandard bis Mitte 2019 in ersten Filialen testen.

Das System namens Hippos ("Händlerinitiiertes Instant Payment am POS") bietet den angeschlossenen Händlern einige Vorteile, zum Beispiel eine direkte Abbuchung vom Girokonto des Kunden. So besteht – anders als beim elektronischen Lastschriftverfahren – nicht die Gefahr von Rückbuchungen. Zudem erfolgt die Überweisung in Echtzeit und endgültig, was Unternehmen zusätzlich Sicherheit bietet. Aktuell setzen sich neben Handelskonzernen auch der Handelsverband Deutschland (HDE) und die Branchenorganisation GS1 für das Mobile-Payment-Projekt ein. 

Potente Allianz
Am 8. November veranstaltet GS1 ein Event in Köln, bei dem das marktreife Konzept samt technischer, rechtlicher und infrastruktureller Voraussetzungen einem Fachpublikum vorgestellt wird. Dort sollen auch weitere Pilot-Teilnehmer gewonnen werden. Die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, will angeblich ebenfalls vom Start weg dabei sein. "Wenn drei Schwergewichte aus dem Lebensmitteleinzelhandel mitmachen, wird das Signalwirkung auf die ganze Branche haben", so ein Handelsmanager im Gespräch mit der "Lebensmittelzeitung". (fp)