Wer an seinem Geld hängt, sollte sich eine aktuelle Berechnung der Sutor Bank genau anschauen. Die Hamburger Privatbank hat Zahlen der Vergleichsportale Biallo.de und Verivox ausgewertet und dabei festgestellt, dass immer mehr Banken von ihren Kunden ein sogenanntes "Verwahrentgelt" verlangen, also Strafzinsen auf Tagesgeld ab einer bestimmten Höhe. Sie versuchen so, den negativen Einlagezins der Europäischen Zentralbank (EZB) für Banken auszugleichen. Der liegt seit einem Jahr bei minus 0,5 Prozent.

"Bislang galt bei vielen Banken, dass Guthaben auf Tagesgeldkonten erst ab einer Höhe von 100.000 Euro mit einem Verwahrentgelt belegt werden. Inzwischen ist dies bei vielen kleineren Geldhäusern jedoch auch schon für Guthaben ab 10.000 Euro oder sogar 5.000 Euro der Fall", berichten die Experten der Sutor Bank. Der Schaden ist nicht zu unterschätzen: Wer 10.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto parkt und jährlich 0,5 Prozent Strafzinsen dafür zahlen muss, hat nach zehn Jahren 500 Euro verloren, nach 25 Jahren sogar 1.200 Euro.

Untätigkeit hat Konsequenzen
Bei 100.000 Euro liegt der Verlust auf zehn Jahre gerechnet bereits bei gut 5.000 Euro, nach 25 Jahren bei 12.000 Euro. Nach zehn Jahren beträgt der prozentuale Verlust also, anders ausgedrückt, fünf Prozent der Gesamtsumme. Nach 25 Jahren ist die Gesamtsumme um satte zwölf Prozent geschrumpft.

"Insbesondere Vermögende, für die ein Strafzins von 0,5 Prozent als absoluter Betrag augenscheinlich wenig ins Gewicht fällt, sollten sich bei Untätigkeit über die Konsequenzen im Klaren sein", warnt die Sutor Bank. Der Rat der Bankexperten: Anleger sollten prüfen, ob Rücklagen auf dem Tagesgeldkonto für kurz- bis mittelfristige Eventualitäten bestimmt sind oder auch langfristig dort geparkt werden sollen – und ihre Bank entsprechend wählen.

Anlegen statt abgeben
"Es lohnt sich, angesichts der zunehmenden Belegung von Tagesgeldvermögen mit Strafzinsen die persönliche Finanzstruktur zu überprüfen. Wer langfristig verfügbares Geld am Kapitalmarkt investiert, dürfte seine Rendite gegenüber dem aktuellen Strafzinssatz deutlich steigern können", heißt es von der Sutor Bank.

Mit Blick auf Rücklagen für etwaigen kurz- oder mittelfristigen Kapitalbedarf sollten Verbraucher zwei bis drei Netto-Monatseinkommen einplanen, je nachdem, ob sie Single sind oder Kinder haben. "Alles, was darüber liegt, kann am Kapitalmarkt angelegt werden – auch hier wiederum gestaffelt nach mittel- oder langfristigem Anlagehorizont", so die Experten der Privatbank. (fp)