Die Privatbank M.M.Warburg öffnet ihr Kundenangebot für Einlagenprodukte von Drittbanken. Das in Hamburg ansässige Geldinstitut kooperiert dafür mit dem Fintech Deposit Solutions, das unter anderem die Zinsplattform Zinspilot betreibt, die Festgeld- und Tagesgeldangebote von 100 verschiedenen deutschen und europäischen Banken zusammenstellt.



Kunden, so der Plan von Warburg, sollen damit Zugang zu diesen Festgeldern erhalten, die überdurchschnittlich hohe Zinsen gewähren. Deposit Solutions stellt den Beratern der Bank dafür ein einfach zu bedienendes Portal zur Verfügung, das keinerlei technische Integration seitens der IT der Privatbank erfordert, wie es in einer Aussendung heißt. "Auf der einen Seite können Banken und andere Finanzanbieter ihr Angebot erweitern, indem sie ihren Kunden mehr Auswahl, bessere Zinsen und einen einfachen Produktzugang bieten", so die Pressemitteilung weiter.

Geringere Belastung durch Einlagengelder? 
"Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld wollen wir unseren Kunden die Möglichkeit geben, von den Vorteilen der Plattformökonomie zu profitieren. Durch die Zusammenarbeit mit Deposit Solutions schaffen wir neue, attraktive Zugänge im Bereich der Einlagenprodukte", kommentiert Peter Rentrop-Schmid, Partner für den Bereich Private Banking bei M.M.Warburg, die neue Zusammenarbeit. 

Ein geschäftsstrategisches Motiv für die Kooperation könnte sein, dass die Hamburger Privatbank dadurch die Höhe der Einlagen bei sich selbst senken kann. Für diese muss sie bekanntlich, wie alle Geldinstitute, einen Strafzins von 0,5 Prozent zahlen, wenn sie diese über Nacht bei der Europäischen Zentralbank lagert.

Generell versuchen mehr und mehr Banken in Deutschland, Sparer per "Verwahrentgelt" systematisch zu vergraulen oder zumindest an den EZB-Entgelten zu beteiligen – verstärkt auch schon ab Beiträgen von deutlich weniger als 100.000 Euro. Da wirkt die von Warburg gewählte Variante, über die Kooperation mit einem Tagesgeld-Vermittler den einen oder anderen "Zinsjäger" zum freiwilligen Umzug zu bewegen, geradezu elegant. Entsprechende Kooperationen machen seit geraumer Zeit Schule: Die Commerzbank beispielsweise sorgte vor Kurzem mit einem ähnlichen Projekt für ihre Firmenkunden für Aufsehen. Und Branchenprimus Deutsche Bank arbeitet bereits seit Dezember 2017 mit Deposit Solutions zusammen. (jb/ps)