Targobank will OLB integrieren – aber ohne Kahlschlag
Nach der OLB-Übernahme steuert Targo Deutschland auf einen gemeinsamen Markenauftritt unter Targobank zu. Größere Einschnitte bei Standorten, Personal oder Geschäftsfeldern sind laut Management aber nicht geplant.
Obwohl Targo Deutschland nach dem Kauf der Oldenburgischen Landesbank (OLB) auf einen einheitlichen Auftritt unter der Marke Targobank zusteuert, plant das Management keine größeren Einschnitte bei Standorten, Personal oder Geschäftsfeldern der OLB.
Alle Aktivitäten der OLB sollen fortgeführt werden, bekräftigte Isabelle Chevelard, Chefin von Targo Deutschland, in einem Interview mit "Bloomberg News". Gerade das OLB-Geschäft mit Firmenkunden und die Spezialfinanzierungen hätten ja zu den Gründen für die Übernahme gezählt. "Es gab vor Beginn der Integration viele offene Fragen. Ob wir die Geschäftsaktivitäten der OLB weiterführen, war keine davon."
Übernahme Anfang des Jahres abgeschlossen
Targo Deutschland, die zur französischen Banque Fédérative du Crédit Mutuel gehört, hatte Anfang des laufenden Jahres die Übernahme der OLB abgeschlossen.
Weil die Geschäftsfelder von Targobank und OLB so komplementär seien, plant Chevelard auch nicht mit größeren Stellenstreichungen. Selbst fünf Monate nach dem Start von 35 Arbeitsgruppen zur Integration "ist nichts aufgetaucht, was unsere Einschätzung zu Jobs verändert", sagte sie.
Targobank soll wohl die Marke in Deutschland werden
Mehr Diskussionsbedarf gab es offenbar dazu, wie die Banken der Gruppe künftig auftreten sollen. Chevelard zufolge wird inzwischen mit der Annahme gearbeitet, dass Targobank die Marke in Deutschland sein wird.
"Das ist eine sehr solide Annahme", erklärte Chevelard. "Wir werden sehen, ob in den nächsten Monaten neue Tatsachen auf den Tisch kommen, die unseren Kurs ändern." Sie wolle jetzt mit allen Beteiligten in den Dialog gehen, etwa mit den Vertretern der Mitarbeiter, dem Mutterunternehmen, den Gremien und den Aufsichtsbehörden. "Die Umsetzung wird nicht von heute auf morgen erfolgen, sondern eher auf mittlere Sicht, etwa 2029."

Laut Christophe Jéhan, Teil der Geschäftsführung von Targo Deutschland und darüber hinaus Chef der OLB, hat die Targobank deutschlandweit eine höhere Bekanntheit als die OLB. "In den vergangenen 15 Jahren haben wir rund eine Milliarde Euro in den Aufbau der Marke Targobank in Deutschland investiert", erklärte er in demselben Interview.
Keine Filialschließungen geplant
Seinen Worten zufolge sind die Filialen von Targobank und OLB alle profitabel. "Wir haben nicht vor, Filialen zu schließen", sagte Jéhan. "Es kann natürlich aber ein paar wenige Ausnahmen geben, etwa wenn eine OLB- und eine Targobank-Filiale sehr nahe beieinanderliegen."
Grundsätzlich würden die Filialen der Targobank schrittweise renoviert, und auch in die Standorte der OLB solle investiert werden.
Rechtliche Fusion Anfang 2029 möglich
Laut Chevelard liegt es nahe, dass Targobank und OLB in einer rechtlichen Einheit fusioniert werden. Das würde zur Vereinfachung des Geschäftsmodells beitragen, sagte sie. Es müssten aber erst noch Analysen und Abstimmungen vorgenommen werden, etwa rechtlicher und regulatorischer Natur. "Zeitlicher Horizont für den Schritt ist Anfang 2029", sagte Chevelard.
Parallel zur rechtlichen Integration würden auch die Vorbereitungen für die IT-Integration laufen. Dabei werde angestrebt, die rechtliche Integration vor der vollen IT-Integration zu vollziehen – wobei einzelne Aspekte der IT-Integration auch schon früher erfolgen könnten, etwa mit Blick auf das Risiko-Monitoring, erklärte Chevelard.
OLB-Name könnte teilweise bleiben
Ganz verschwinden wird der Name OLB aber möglicherweise nicht. Denn laut Chevelard hat die OLB im Corporate & Diversified Lending einige Bereiche, für die sie sehr gut am Markt bekannt sei und die von der Targobank selbst nicht angeboten werden würden. "In diesen Segmenten könnte sich die Marke OLB by Targobank anbieten", sagte sie. (mb/Bloomberg)















