Der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) will bei den anstehenden Tarifverhandlungen für das private Bankgewerbe unter anderem auch einen Anspruch auf den Kauf zusätzlicher Urlaubstage durchsetzen. "Urlaubstage kaufen zu können gibt dem Einzelnen zusätzlich die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob in einem Jahr mehr Geld oder mehr Zeit gebraucht wird", erklärte Wolfgang Ermann, DBV-Verhandlungsführer für private Banken.

Konkret geht es um einen jährlichen Anspruch auf den Erwerb von bis zu zehn Extra-Urlaubstagen. Diese Forderung ersetzt nach Angaben der Gewerkschaft allerdings keine Gehaltserhöhungen. Sie ergänze diese vielmehr um eine freiwillige Entscheidungsmöglichkeit für den Einzelnen.

Mehr Gehalt steht an erster Stelle
Mehr Gehalt bleibt dem DBV zufolge zwar für die meisten Beschäftigten die wichtigste Erwartung an eine Tarifrunde. Gleichzeitig würden sich aber viele Kollegen die Freiheit wünschen, bei ausreichendem finanziellen Spielraum zusätzliche freie Zeit erwerben zu können. Vergleichbare "Zeit-statt-Geld"-Modelle seien in Teilen des deutschen Finanzsektors bereits tarifliche Realität, zum Beispiel für Beschäftigte der Postbank oder der DZ-Bank-Gruppe.

Die Tarifverhandlungen für das private Bankgewerbe sollen am 8. Oktober beginnen. Es geht dabei um die Beschäftigten bei Geldhäusern wie der Deutschen Bank und der Commerzbank. Der DBV geht mit einer Forderung von insgesamt 9,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 24 Monaten in die Tarifrunde. Daneben will er wegen des zunehmenden Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) bis zu drei Entlastungstage pro Quartal durchsetzen. (mb/Bloomberg)