Es war ein zähes Ringen: Drei Monate lang dauerten die Tarifgespräche der Volks- und Raiffeisenbanken. Doch nun haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf ein Gehaltsplus für die etwa 145.000 Beschäftigten geeinigt. Sie bekommen eine Lohnerhöhung in zwei Stufen: Im Januar 2020 soll das Gehalt der Angestellten um drei Prozent steigen, im April 2021 folgt ein weiterer Anstieg um 1,5 Prozent, wie einer Pressemitteilung entnommen werden kann.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 34 Monaten bis März 2022. "Es ist unter den aktuellen Umständen ein ausgezeichnetes Ergebnis, das oberhalb des Abschlusses im privaten Bankgewerbe liegt", sagte Stephan Szukalski, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Bankangestellten Verband (DBV), dem Handelsblatt. Der DBV hatte ursprünglich ein Plus von 6,2 Prozent im ersten Jahr gefordert. Im zweiten Jahr sollte das Gehalt um 4,5 Prozent steigen.

Niedrige Zinsen belasten Bankensektor
Das anhaltende Niedrigzinsumfeld macht dem Bankensektor schwer zu schaffen. Die Volks- und Raiffeisenbanken schlagen sich dabei noch relativ wacker: Die knapp 900 Ortsbanken verdienten im vergangenen Jahr nach Steuern rund 2,2 Milliarden Euro, berichtet das "Handelsblatt". Bei anderen Instituten sieht die Lage deutlich schlechter aus. Das wirkt sich offenbar auch auf die Tarifverhandlungen aus: Zwar konnten die Gewerkschaften für die Angestellten im privaten Bankensektor zuletzt ebenfalls ein Plus aushandeln. Das Entgelt für die fast 200.000 Beschäftigten soll allerdings in zwei Stuften lediglich um vier Prozent steigen. (fp)