Die Zeichen stehen auf Konfrontation: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft ab Dienstag (6. Juli) zu Warnstreiks bei den Sparda-Banken auf. Dieser Eskalation gingen zwei gescheiterte Verhandlungsrunden zwischen der Gewerkschaft und den Genossenschaftsbanken voraus. Verdi fordert unter anderem 3,5 Prozent mehr Gehalt und einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Die elf Sparda-Banken bestehen indes auf einer Nullrunde für die kommenden zwei Jahre.

"Die Sparda-Banken bieten weder eine Gehaltserhöhung noch einen Kündigungsschutz", kritisiert Gewerkschaftssekretär Kevin Voss. "Wir haben bei den bisherigen Verhandlungsrunden nur Zeit verloren." Warnstreiks seien das einzig verbleibende Mittel, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Zunächst werden die Mitarbeiter der Sparda-Bank Hannover und Baden-Württemberg die Arbeit niederlegen, am Mittwoch folgt dann die Sparda-Bank Hamburg und am Donnerstag die Sparda-Bank Südwest. Die nächste Verhandlungsrunde ist für kommende Woche Mittwoch angesetzt.

Schlaglicht auf finanzielle Lage
Die Tatsache, dass die Sparda-Banken überhaupt mit einer Nulllohnrunde an den Verhandlungstisch gehen, wirft ein Schlaglicht auf ihre schwierige Situation, analysiert das "Handelsblatt". "Die seit Jahren andauernde Null- und Negativzinspolitik der EZB trifft unsere Kunden als Sparer und unsere Banken hart", sagt dazu der Chef des Sparda-Banken-Verbandes, Florian Rentsch. Höhere Gehaltszahlungen würden ihre Kosten weiter steigen lassen, und das bei ohnehin düsteren Ertragsaussichten. Der Überschuss der Sparda-Banken fiel binnen sechs Jahren um mehr als 50 Prozent. (fp)