Die Technologiebranche zeichnet sich, ähnlich wie die Finanzwelt, gerade in den Chefetagen noch immer durch ein sehr homogenes Bild aus. Um mehr Diversität in die Unternehmen zu bringen, will die Nasdaq, die größte elektronische Börse der USA, von den bei ihr gelisteten Firmen ein Mindestmaß an Vielfalt einfordern. Deshalb hat die Nasdaq der Börsenaufsicht SEC vorgeschlagen, ihr zu genehmigen, dass börsennotierte Unternehmen in ihrem Verwaltungsrat mindestens eine Frau und einen Vertreter oder eine Vertreterin einer Minderheit haben sollten, berichtet das "Handelsblatt". 

Die SEC könnte diese Regel "sowohl für öffentliche als auch für private Unternehmen aufstellen, weil sie auch die Private-Equity-Branche beaufsichtigt", sagt Adena Friedman, Nasdaq-Chefin und erste Frau an der Spitze der Institution. Nasdaq-Unternehmen sollen durch die neue Regelung dazu verpflichtet werden, öffentliche einheitliche und transparente Diversitätsangaben über ihre Verwaltungsräte zu machen. Ausländische Unternehmen sollen den neuen Standards ebenfalls nachkommen können, indem sie mindestens zwei Frauen im Verwaltungsrat haben. 

Trendwende in der Branche
Friedman greift ein Thema auf, dass die Finanzbranche schon seit einigen Monaten bewegt. Im Januar kündigte etwa die Investmentbank Goldman Sachs an, nur noch Start-ups an die Börse zu bringen, die mindestens ein Verwaltungsratsmitglied haben, das nicht weiß und männlich ist, berichtet das "Handelsblatt". Sollte ein Unternehmen der neuen Regelung künftig nicht nachkommen, soll es, so der Plan der Nasdaq, die Gründe für den Mangel an Diversität offenlegen müssen. (fp)