Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Deutsche Bank Direkt GmbH aufgerufen, ab Samstag (30. Januar 2021) in den Streik zu treten. Zuvor hatten bei einer Urabstimmung 94 Prozent der Verdi-Mitglieder für eine Ausweitung und Intensivierung des Arbeitskampfes votiert. Die DB Direkt betreibt bundesweit die Callcenter der Deutschen Bank und vertreibt ausgewählte Bankprodukte.

Die Unternehmensleitung verweigere seit mehr als einem halben Jahr ein faires Angebot, so Christoph Schmitz, im Verdi-Bundesvorstand zuständig für die Finanzbranche: "Die Callcenter-Beschäftigten sind die Visitenkarte der Deutschen Bank. Für sie ist angeblich kein Geld da. Für die Investmentbanker sollen dagegen 1,8 Milliarden Euro ausgeschüttet werden. Das ist unfair und unsozial. Deswegen ist der Streik mehr als berechtigt!"

"Für Verdi ist dieses Angebot inakzeptabel"
Verdi fordert für die Beschäftigten rückwirkend ab dem 1. April 2020 sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro, sowie die Einführung eines 13. Gehaltes. "Das nach vier ergebnislosen Verhandlungen vorgelegte Angebot der DB direkt beinhaltet 1,5 Prozent Gehaltserhöhung ab dem 1. November 2020 und weitere 1,5 Prozent ab 1. Januar 2022 sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro", teilt Verdi mit. Ein 13. Gehalt solle aus Arbeitgebersicht stufenweise bis 2025 eingeführt werden – in Höhe von 100 Euro jährlich. Ein weiterer Aufbau danach solle durch Beiträge der Beschäftigten kompensiert werden. "Für Verdi ist dieses Angebot inakzeptabel", so die Gewerkschaft.

In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Warnstreiks in den Callcentern in Berlin und Essen gegeben. Viele Anrufer mussten Medienberichten zufolge deshalb längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Der kommende Streik soll so lange dauern, bis die Bank ein "abschlussfähiges Tarifangebot" vorlege, so Verdi. (bm)