M.M. Warburg & Co. trennt sich im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung von der Tochter Marcard, Stein & Co. Das teilt die Privatbank mit. Käufer des Family Offices mit Vollbanklizenz ist die Finanzgruppe Rothschild & Co., die am Montag (15.6.) eine Vereinbarung zur Übernahme von 100 Prozent der Anteile an Marcard, Stein & Co. unterzeichnet hat. Angaben zum Kaufpreis machen beide Seiten nicht. Marcard, Stein & Co. bleibt künftig als Marke erhalten.

Die Warburg Bank mit Sitz in Hamburg begründet den Verkauf damit, Komplexität reduzieren zu wollen und sich aus Bereichen zurückzuziehen, die mit hohen regulatorischen, technischen oder kapitalmarktbezogenen Anforderungen verbunden seien. "Wir möchten uns in Zukunft noch konsequenter auf unsere Kerngeschäftsfelder konzentrieren: erstklassiges Private Banking mit persönlicher Beratung sowie das Finanzierungsgeschäft im Corporate Banking. Dabei stehen für uns langfristige Partnerschaften mit unseren Kunden und unternehmerisches Verständnis im Mittelpunkt", sagt Stephan Schrameier, Vorstandsmitglied der Warburg Bank. 

Vollwertige Banking-Plattform in Deutschland
Rothschild & Co. wiederum möchte mit dem Family Office sein bestehendes Portfolio erweitern. "Im Zuge der Übernahme der traditionsreichen Hamburger Privatbank wird Rothschild & Co. eine deutsche Banklizenz erwerben. Dies stellt einen wichtigen Meilenstein in der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells in Deutschland hin zu einer vollwertigen Banking-Plattform dar und bildet die Grundlage für die effiziente Umsetzung des geplanten Ausbaus des Dienstleistungsangebots für Kunden", heißt es in einer Mitteilung von Rothschild & Co.

"Diese Transaktion stellt eine einzigartige Chance für unsere Kunden dar. Durch den Zusammenschluss mit Rothschild & Co. profitieren sie von einem echten internationalen Netzwerk und einem erweiterten Leistungsspektrum, während sie weiterhin von der objektiven und unabhängigen Beratung profitieren, die unseren Ansatz prägt", lässt sich Thomas Fischer, CEO von Marcard, Stein & Co., zitieren. "Unsere beiden Häuser verbindet eine ausgeprägte kulturelle Nähe, geprägt von langfristigem Denken und dem Anspruch, unternehmerische Persönlichkeiten und Familien zu beraten – dies macht die Partnerschaft zu einer idealen Ergänzung." (jb)