In Italien laufen polizeiliche Ermittlungen gegen fünf Geldhäuser, bei denen es offenbar Unregelmäßigkeiten beim Handel mit Anlage-Diamanten gegeben hat. Das meldet die Tageszeitung "Rheinische Post". Insidern zufolge haben Polizeibeamte am Mittwoch Dokumente und Computerdateien in den Banken beschlagnahmt. Betroffen sind die Geldinstitute Intesa Sanpaolo, Unicredit, Monte dei Paschi di Siena, Banco BPM und Popolare di Bari.

Diamantenhändler nutzen seit einigen Jahren verstärkt Kreditinstitute, um die Edelsteine an Bankkunden zu verkaufen – als Geldanlage. Die Geldinstitute kassieren eine Gebühr für die Vermittlung. Seitdem ihre Einnahmen aufgrund der niedrigen Zinsen eingebrochen und viele Anlageklassen für Kunden unattraktiv geworden sind, suchen sie nach neuen Wegen, um Einkünfte zu generieren. Dazu zählt auch der Diamantenhandel.

Unsaubere Geschäfte
Der "Rheinischen Post" zufolge wurde die italienische Finanzaufsicht aktiv, nachdem Medien von unsauberen Geschäften beim Diamantenverkauf berichtet hatten. Auch Verbraucherschutzverbände hatten über Beschwerden berichtet. Mehrere Kunden sagten, ihnen seien überteuerte Diamanten verkauft worden, der Anlagewert der Edelsteine sei weit geringer als der Kaufpreis. Der Verkauf von Diamanten mit dem Versprechen eines Rückkaufwertes ist in Italien verboten. (fp)