Mit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union steht für viele Angestellte aus der Finanzbranche ein Umzug an. So verlangt etwa die US-Großbank JPMorgan Chase & Co. von 15 ihrer Aktienderivatehändler, ihre Zelte in London zugunsten von Paris abzubauen. Ebenso sollten Mitarbeiter von Goldman Sachs und Nomura Holdings aus London in die EU versetzt werden. Gegen die Entscheidung regte sich allerdings bei allen drei Unternehmen Widerstand unter den Mitarbeitern, berichtet "Bloomberg". Viele haben sogar gekündigt.

Die Mitarbeiter weigern sich aus verschiedenen Gründen, umzuziehen. Einige haben Kinder im schulpflichtigen Alter, andere fürchten um mangelnde Karrieremöglichkeiten oder um schlechtere Bezahlung, schreibt der Nachrichtendienst. Besonders unbeliebt bei den Bankmitarbeitern ist der Standort Frankfurt. Dennoch steht die Branche derzeit unter Druck, denn die Europäische Union (EU) verlangt von Finanzunternehmen, dass sie ihre Geschäfte, Vermögenswerte und Angestellte in den kommenden Jahren in die EU verlagern. 

Wandel in Sicht
Vermögenswerte konnten die Banken seit dem Brexit ohne Weiteres umschichten – allein JPMorgan hat im Jahr 2020 Anlagen in Höhe von 200 Milliarden Euro nach Frankfurt verlagert. Auch der Aktienhandel wandert immer mehr aus London an EU-Standorte. Experten erwarten, dass die Vorurteile gegen Standortwechsel nach und nach abnehmen. Steuererleichterungen und eine wachsende Zahl an Führungspositionen machen Arbeitsplätze in Ländern wie Frankreich oder Italien nämlich immer attraktiver, zitiert "Bloomberg" den Londoner Personalvermittler Stephane Rambosson. (fp)