MLP hat der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 nach eigenen Angaben trotzen können. Der Finanzdienstleister hat seine Gesamterlöse in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um neun Prozent auf 359 Millionen Euro steigern können –ein neuer Höchstwert für die vergangenen 15 Jahren. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 unter anderem wegen Sondereffekten um satte 54 Prozent auf 18,8 Millionen Euro zu. Der Konzernüberschuss betrug 13,1 Millionen Euro und damit 4,1 Millionen Euro mehr als am Stichtag 30. Juni 2019. MLP betont ferner, dass die Zahl der Berater erstmals seit 13 Jahren wieder die Marke von 2.000 übertroffen hat.

Das gute Ergebnis beruhe unter anderem auf den Zuwächsen in der Immobilienvermittlung, deren Erlöse sich im Zeitraum von Januar bis Juli 2020 mit 16,1 Millionen Euro nahezu verdoppelten. Weiter verzeichnete das Vermögensmanagement ein Plus von 15 Prozent auf 120,2 Millionen Euro und die Sachversicherungen ein Umsatzplus von acht Prozent auf 88,2 Millionen Euro. Im Vermögensmanagement sei das Wachstum zusätzlich zum guten Neugeschäft auf eine deutliche Zunahme der performanceabhängigen Vergütung zurückzuführen. Beim betreuten Vermögen konnte MLP nach eigenen Angaben den zwischenzeitlichen Rückgang in der Corona-Krise wettmachen und erreichte zum 30. Juni 2020 einen neuen Höchststand von 39,6 Milliarden Euro.

bAV besonders von Corona betroffen
Dagegen seien vor allem in der Altersvorsorge die Folgen der Pandemie spürbar. Dies betraf insbesondere die betriebliche Altersvorsorge (bAV), da Unternehmen Entscheidungen für neue Vorsorgekonzepte derzeit nur in sehr wenigen Fällen treffen. Hinzu komme, dass die Neukundengewinnung im zweiten Quartal rückläufig war, was sich im weiteren Jahresverlauf negativ auf die Umsätze in der privaten Altersvorsorge auswirkt. Insgesamt beliefen sich die Erlöse in der Altersvorsorge im ersten Halbjahr auf 78,9 Millionen Euro, rund fünf Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum.

Ferner meldet die Gesellschaft, dass zum 30. Juni 2020 genau 2.014 Kundenberater für sie tätig gewesen sind. Dies stellt sowohl gegenüber dem 30. Juni 2019 (1.913) einen Zuwachs dar als auch gegenüber dem 31. Dezember 2019 (1.981). Zurückzuführen sei dies auf die intensivierte Beratergewinnung, insbesondere im jungen Segment. Auch auf Jahressicht geht MLP nach wie vor von einem weiteren Zuwachs bei der Zahl der Kundenberater aus. 

"Rückenwind für die weitere Entwicklung"
"Trotz Corona-Krise ist es uns gelungen, den positiven Trend der vergangenen Quartale fortzuschreiben und auch im ersten Halbjahr ein deutliches Wachstum zu erzielen", kommentiert der Vorstandsvorsitzender Uwe Schroeder-Wildberg. "Dabei profitieren wir mehr denn je von der erfolgreich verbreiterten Umsatzbasis, durch die wir coronabedingte Rückgänge in einzelnen Beratungsfeldern mit Zuwächsen in anderen mehr als ausgleichen können. Gleichzeitig sind wir bei der Beratergewinnung gut vorangekommen. Dies gibt uns Rückenwind für die weitere Entwicklung.“ (jb)