Nur 17 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass die vor Kurzem in Kraft getretene neue europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ihre Daten besser schützt. 61 Prozent sind überzeugt, dass Unternehmen künftig ebenso viele Daten sammeln wie bisher und dabei lediglich auf etwas mehr Transparenz achten. Das ist das Ergebnis einer Studie der European netID Foundation, die der Deutschen Presse-Agentur (DPA) vorliegt. 

Die DSGVO verpflichtet Unternehmen zu einer verstärkten Transparenz beim Umgang mit persönlichen Daten. Die Betroffenen müssen unter anderem über die Rechtsgrundlagen, die Zwecke der Verarbeitung und die Dauer der Speicherung ihrer Daten informiert werden. Die veröffentlichten Erklärungen zum Umgang mit Daten empfindet die Mehrheit der Studienteilnehmer allerdings als zu umfangreich, kompliziert und unverständlich.

63 Prozent wünschen sich von den Unternehmen mehr Klarheit darüber, welche Daten erhoben werden. Weniger als die Hälfte rechnet damit, dass die DSGVO ernsthafte Folgen für die Geschäfte US-amerikanischer Internet-Unternehmen wie Google, Amazon oder Facebook haben wird.

Nur jeder Zweite liest Datenschutzerklärungen
Das Inkrafttreten der DSGVO am 25. Mai habe auch dazu geführt, "dass das Internet mit Cookie-Hinweisen geflutet wurde", zitiert DPA Jan Oetjen, Vorsitzender des Stiftungsrats. Der Studie zufolge stimmt jeder zweite Nutzer den Cookie-Hinweisen zu, ohne die Erläuterung zum Datenschutz vorher gelesen zu lesen. Zwar würden ebenso viele Nutzer ihre Cookies regelmäßig mindestens einmal pro Woche löschen. Das führe aber dazu, dass bei jedem Besuch der Seite wieder und wieder dieselben Cookies bestätigt werden müssen. Dadurch bleibe das Surferlebnis auf der Strecke, so Oetjen. (fp)