Die Sparkassen haben im ersten Halbjahr unter dem Strich so viele Fonds und andere Wertpapiere verkauft wie nie zuvor. In Summe lag der Nettoabsatz bei 16 Milliarden Euro, ein Plus von 23 Prozent oder drei Milliarden Euro zum Vorjahreswert. Das teilt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mit.

9,4 der 16 Milliarden Euro entfallen auf Investmentfonds. Vier Milliarden Euro flossen in festverzinsliche Wertpapiere, zu denen der DSGV neben Anleihen auch Zertifikate zählt – sie spielen im Vertrieb zahlreicher Sparkassen seit Jahren eine wichtige Rolle. Netto weitere 2,6 Milliarden Euro steckten die Kunden in Aktien.

"Die Kunden haben sehr besonnen reagiert"
Nicht nur der Nettoabsatz lag hoch, auch der Bruttoumsatz – also die Summe aus Wertpapierkäufen und -verkäufen – hielt sich auf hohem Niveau. Von Januar bis Juni tätigten die Sparkassenkunden dem DSGV zufolge demnach Wertpapiertransaktionen in Höhe von 76 Milliarden Euro. Dies entspricht zwar einem Minus von 13,5 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021. Im Vergleich zu früheren Jahren sei dieser Umsatz angesichts der aktuellen Unsicherheit mit Blick auf die Ukraine- und Energiekrise sowie die daraus resultierenden Kursturbulenzen aber als gut einzustufen, betont der Verband. Die Summe der Verkäufe sei deutlich stärker zurückgegangen als die der Käufe. "Das zeigt, dass die Sparkassenkundinnen und Sparkassenkunden auf die starken Ausschläge an den Kapitalmärkten sehr besonnen reagiert haben", heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Einlagengeschäft kam dagegen fast zum Erliegen. Die Zuflüsse in diesem Segment beliefen sich im ersten Halbjahr auf lediglich 0,6 Milliarden Euro, berichtet der DSGV. In den Vorjahren waren den Sparkassen pandemiebedingt zu diesem Zeitpunkt bereits 25 Milliarden Euro (2021) respektive 29,5 Milliarden Euro (2020) zugeflossen. (bm)