Dieser Job ist so unattraktiv, das selbst ein Millionengehalt die Bewerber nicht überzeugt: 18 Millionen US-Dollar winken dem neuen Chef der US-amerikanischen Großbank Wells Fargo. Seit dem Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Timothy Sloan Ende März sucht das Geldinstitut nach einem Nachfolger für die hochdotierte Stelle – bislang allerdings ohne Erfolg. Gespräche mit geeigneten Kandidaten gab es zwar einige, diese hätten jedoch abgewunken oder zumindest mangelndes Interesse signalisiert. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ).

Als Nachfolger für Sloan wollte die Bank zunächst John Shrewsberry verpflichten, Finanzvorstand bei Wells Fargo. Sie entschied sich jedoch um, nachdem die US-Notenbank Fed und die Bankenaufsicht OCC die Art und Weise, wie das Top-Management den Skandal um Phantomkonten aufarbeitet, kritisiert hatten. Seitdem sucht das Geldinstitut extern nach geeigneten Kandidaten. In der Branche stößt die lange Suche zunehmend auf Unverständnis. "Es ist unverantwortlich für ein Unternehmen, keinen Nachfolgeplan zu haben, wenn ein Vorstandsvorsitzender abtritt", zitiert die FAZ den Chef der US-amerikanischen Großbank J.P. Morgan Chase, Jamie Dimon.

Skandale um Scheinkonten
Sloan kam im Herbst 2016 ins Amt, nachdem sein Vorgänger John Stumpf über eine Affäre um Scheinkonten gestolpert war. Unter seiner Führung kamen weitere Skandale ans Licht. Im März räumte Sloan seinen Posten nach nur zweieinhalb Jahren. Grund war der steigende Druck von Seiten der demokratischen US-Senatorin Elizabeth Warren. Für sie war Sloan als operativer Vorstand mit verantwortlich für die Skandale um Scheinkonten und zu hohe Gebühren. (fp)