Die Vermögensverwaltung der Commerzbank hat in den vergangenen Monaten ihr Angebot an selbst gemanagten Fonds für eigene Kunden und Dritte ausgebaut. Insgesamt vier Fonds betreut der Geschäftsbereich mittlerweile als externer Berater, wie die Bank auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE mitteilte. Dabei stand jeweils der Gedanke Pate, Anlegern Strategien der Vermögensverwaltung im kostengünstigen und effizienten Fondsmantel zugänglich zu machen.

Die jüngsten Portfolios sind der Commerzbank Flexible Allocation Euroland und der Commerzbank Flexible Allocation USA. Die jeweils auf börsengehandelten Indexfonds (ETFs) basierenden Anlagestrategien der beiden aktienbetonten Mischfonds wurden 2016 entwickelt. Bisher haben die Vermögensverwalter (VV) der Bank sie auf individueller Basis angeboten. Im Mai wurden sie über Fonds zugänglich gemacht, da dies der Bank zufolge in Summe deutlich effizienter und günstiger ist. "Die beiden Fonds ersetzen seit Mai 2018 somit die bisherigen Direktinvestments in den Vermögensverwaltungs-Depots, sie sind daher auch nur für VV-Kunden der Commerzbank erwerbbar", so ein Sprecher der Bank gegenüber FONDS professionell. Nicht-Kunden der Bank bleiben damit außen vor.

Universal-Investment fungiert als KVG
Als Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) der beiden Portfolios, für die die Bank als Berater dient, fungiert Universal-Investment (UI) aus Frankfurt – und nicht die Commerz Fund Solutions (CFS) aus Luxemburg. Diese Gesellschaft wurde mit anderen Teilen der Banksparte "Equity Markets & Commodities" (EMC) im Sommer an die französische Großbank Société Générale verkauft. Einen Zusammenhang zwischen der Entscheidung für UI und dem schon Ende 2016 beschlossenen grundsätzlichen Verkauf der CFS gibt es der Bank zufolge aber nicht.

Der älteste Fonds der Vermögensverwaltungssparte ist der bereits 2008 lancierte Commerzbank Aktienportfolio Covered Plus. Bei diesem Fonds handelt es sich um eine Strategie auf ETF-Basis, bei der nicht nur die Indizes etablierter Märkte wie Dax, Euro Stoxx 50 oder S&P 500 abgebildet, sondern auch Schwellenländer beigemischt werden. Außerdem kommen Optionen zur Renditesteigerung zum Einsatz.

Commerzbank-Kunden können nach Angaben der Bank schon seit 20 Jahren über ihr persönliches Depot in die Strategie investieren. Später wurde sie dann in einen Fondsmantel gegossen, damit auch Commerzbank-Anleger mit kleineren Geldbeutel an ihr partizipieren können. Zunächst agierte Allianz Global Investors als KGV, seit September ist es die UI. Mit diesem Schritt wurde der Fonds auch für Investoren außerhalb der Bank geöffnet.

Stiftungsfonds bleibt bei Commerz Fund Solutions
2014 lancierte die Vermögensverwaltung der Commerzbank zudem den Commerzbank Stiftungsfonds. Dessen Geld wird zu mindestens 75 Prozent in Anleihen und Liquidität auf Eurobasis investiert, maximal 25 Prozent können via ETFs auf globale Aktien entfallen. Die Vermögensverwalter der Bank legten den Fonds vor allem für kleinere Stiftungen mit einem geringen Risikobudget auf, er ist aber auch für Privatanleger zugänglich. KVG ist – im Gegensatz zu den drei anderen Fonds – weiterhin die CFS. (jb)