Bei immer mehr Sparkassen-Kunden flattern derzeit Kündigungsschreiben ins Haus: Die Sparkassen wollen ihre Prämiensparverträge loswerden. Diese Verträge sind für Kunden besonders interessant: Neben den Zinsen bekommen sie eine Prämie, die umso höher liegt, je länger der Vertrag läuft. Für Sparkassen allerdings werden die Verträge in Zeiten niedriger Zinsen zum Klotz am Bein. Mehr als 40 Sparkassen haben nach Recherchen des "Handelsblatt" inzwischen Sparverträge gekündigt – oder haben es zumindest vor.

Das "Handelsblatt" schätzt, dass mehr als 100.000 Verträge betroffen sein könnten. Schon in den Jahren 2017 und 2018 hatten Sparkassen erste Kündigungen ausgesprochen, weitere Institute folgten in den vergangenen Monaten. Und es dürften noch mehr Kündigungen anstehen. Die Geldhäuser begründen ihre Entscheidung mit den niedrigen Zinsen. Denn die Zinsen und Prämien, die sie in den Verträgen vereinbart hatten, sind viel höher als aktuelle Zinsen.

Auf Kündigungswelle folgt Klagewelle
Unter Sparern sorgen die Kündigungen für Groll. Viele haben bereits gegen die Sparkassen geklagt. Auch gibt es bereits eine Musterfeststellungsklage vonseiten der Verbraucherzentrale Sachsen gegen die Sparkasse Leipzig. Die Sparkassen wiederum bekommen Rückenwind von einem Urteil des Bundesgerichtshofs, nachdem die Kündigung langjähriger Sparverträge unter Umständen möglich ist. (fp)