Fondsgesellschaften sollten sich aktiv bei den Unternehmen engagieren, in die sie investieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage im Auftrag der Deka, des zentralen Wertpapierdienstleisters der Sparkassen. Demnach finden es 71 Prozent der Befragten wichtig, dass Fondsgesellschaften die Rolle als Treuhänder ihrer Anleger wahrnehmen und sie auf den Hauptversammlungen aktiv vertreten.

Über die Hälfte der Befragten ist davon überzeugt, dass durch dieses Engagement der Aktienkurs des betroffenen Unternehmens langfristig steigt. Und für 41 Prozent der Anleger ist dies ein Kaufargument, wenn sie sich für den Aktienfonds einer bestimmten Fondsgesellschaft entscheiden. Die Angaben beruhen auf einer Online-Umfrage des Anbieters Yougov im Auftrag der Deka. An dieser nahmen Mitte Juni 2019 1.169 Wertpapierbesitzer teil.

Klare Vorstellung
Die Anleger haben demnach klare Vorstellungen davon, für welche Themen ein Asset Manager vorrangig eintreten sollte. Mit einer deutlichen Mehrheit von 58 Prozent steht an erster Stelle das Hinwirken auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung. Darauf folgen soziale (43 Prozent) und ökologischen Kriterien (40 Prozent). Klassische Erfolgsfaktoren wie Bilanz und Finanzkennzahlen stehen für die Befragten deutlich weniger im Fokus (31 Prozent). Auch die Angemessenheit von Vorstandsgehältern spielt eine eher nachrangige Rolle (27 Prozent).

Der Deka-Erhebung zufolge trauen die Befragten vor allem deutschen Anbieter am ehesten zu, sie in ihrem Sinne zu vertreten. Gut die Hälfte der Befragten denkt, dass ihr Stimmrecht am besten von einer nationalen Fondsgesellschaft vertreten wird. Dieses Vertrauen bringen nur 26 Prozent internationalen Anbietern entgegen. (ert)


Welche Kriterien deutsche Fondsgesellschaften in Sachen guter Unternehmensführung anlegen, lesen Sie im Heft 2/2019 von FONDS professionell ab Seite 138. Angemeldete KLUB-Mitglieder finden den Artikel auch hier im E-Magazin.