Die Fondsdepot Bank aus dem bayerischen Hof beendet zum 31. März 2022 alle Geschäftsbeziehungen zu Kunden mit Firmen- oder Wohnsitz in der Schweiz und wird dort keinerlei Finanzdienstleistungen mehr erbringen. Darüber informiert das Institut seine Vertriebspartner in einem Schreiben, das FONDS professionell ONLINE vorliegt. Als Grund für dieses Vorgehen nennt die Bank das am 1. Januar 2020 in Kraft getretene Schweizer Finanzdienstleistungsgesetzt (FIDLEG). Das Regelwerk muss nach einer Übergangsfrist von zwei Jahren am 31. Dezember 2021 vollständig umgesetzt sein. 

Der Schweizer Gesetzgeber hat das Finanzmarktrecht des Landes umfassend neu geregelt. Insbesondere mit dem FIDLEG wurden – auch für ausländische Institute – neue Maßgaben für die Erbringung von Finanzdienstleistungen in der Schweiz und für dort ansässige Kunden geschaffen. Unterschiede zwischen Mifid II und FIDLEG verursachten einen "relevanten Aufwand" in der Administration der beiden Regelwerke, teilt die Fondsdepot Bank auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE mit.

Nur sehr wenige Kunden in der Schweiz
"Da nur sehr wenige Kunden, die in der Schweiz leben, bei der Fondsdepot Bank ein Fondsdepot unterhalten, haben wir uns aus betriebswirtschaftlichen Gründen dazu entschieden, zukünftig keine Finanzdienstleistungen in der Schweiz oder für Kunden in der Schweiz mehr zu erbringen", heißt es bei der Bank. "Deshalb müssen wir unter Bezugnahme auf die Allgemeine Geschäftsbedingungen und Sonderbedingungen der Fondsdepot Bank die betreffenden Geschäftsverbindungen zum 31. März 2022 kündigen."

Bereits ab dem 1. Januar kommenden Jahres sind keine Käufe in den betroffenen Depots mehr möglich. Bestehende Sparpläne werden in diesem Zuge gelöscht. Kunden sollen im Dezember 2021 über die Kündigung und das weitere Vorgehen hinsichtlich ihrer Depots und Geldkonten schriftlich informiert werden. Vertriebspartnern kann die Fondsdepot Bank dafür ein vorgefertigtes Kundenanschreiben sowie einen Frage- und Antwortkatalog (FAQs) zur Verfügung stellen.  

Bestände noch bis März übertragen oder veräußern
Das Institut bietet Kunden nach eigenen Angaben die Möglichkeit, Bestände bis spätestens März 2022 an andere Depotstellen, etwa in der Schweiz, zu übertragen oder sie zu veräußern. "Vertriebsorganisationen wurden bereits im Jahr 2020 über das FIDLEG und damit verbundene Handlungsnotwendigkeiten informiert", teilt die Fondsdepot Bank mit. Nach erfolgten Kundengesprächen seien damals bereits Fondsdepots übertragen oder aufgelöst worden. (am)