Die Unicredit hat eine unverbindliche Vereinbarung über den Verkauf von Teilen ihres Russland-Geschäfts an einen privaten Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnet. Damit verstärkt die italienische Großbank ihre Bemühungen, die Präsenz im Land zurückzufahren.

Laut einer Mitteilung vom Donnerstag (7.5.) erwartet die Unicredit durch die Transaktion eine kumulierte Belastung des Gewinns von drei bis 3,3 Milliarden Euro. Die Ausschüttungen an Aktionäre sowie die Gewinnziele für die Jahre 2028 bis 2030 sollen davon jedoch unberührt bleiben.

Analysten begrüßen den Schritt
"Diese Ankündigung ist positiv", schrieben die KBW-Analysten um Hugo Cruz in einer Mitteilung. "Sie beseitigt ein belastendes Risiko", und "die Auswirkungen auf das Kapital fallen besser aus als erwartet".

Der geplante Verkauf ist der bislang größte Schritt der Unicredit beim Rückzug aus Russland. CEO Andrea Orcel sucht seit dem russischen Angriff auf die Ukraine vor mehr als vier Jahren nach einem Ausstieg aus dem Land und betont dabei zugleich, einen "fairen Preis" erzielen zu wollen.

Die Europäische Zentralbank hatte Druck auf die Bank ausgeübt, Russland zu verlassen. Die Präsenz dort erwies sich zudem als Hindernis für Orcels gescheiterten Versuch im vergangenen Jahr, die italienische Rivalin Banco BPM zu übernehmen.

Abschluss bis 2027 geplant
Im Rahmen der nun vereinbarten Transaktion soll ein Teil der Einheit AO Bank in eine neue Gesellschaft abgespalten werden, die vollständig im Besitz der Unicredit bleibt. Das verbleibende Geschäft soll verkauft werden. Der Abschluss wird vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen in der ersten Hälfte des Jahres 2027 erwartet. 

Die Vereinbarung beschleunige die Neuausrichtung der Aktivitäten von Unicredit in Russland, die sich künftig vor allem auf internationale Zahlungen für westliche und nicht sanktionierte Kunden konzentrieren sollen, erklärte die Mailänder Bank. (mb/Bloomberg)